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Landarbeiter gesteht zweifache Brandstiftung

Saarbrücken. "Da gab es keinen Grund. Das ist das, was ich nicht verstehe": Sichtlich fassungslos gegenüber dem eigenen Tun hat am Donnerstag ein 42-Jähriger vor dem Landgericht ein umfassendes Geständnis im Sinne der Anklage abgelegt. Der Staatsanwalt wirft dem Landarbeiter zwei Fälle von Brandstiftung auf einem Reiterhof bei Weiskirchen vor. Der Mann hatte dort gearbeitet Von SZ-Redakteur Wolfgang Ihl

Saarbrücken. "Da gab es keinen Grund. Das ist das, was ich nicht verstehe": Sichtlich fassungslos gegenüber dem eigenen Tun hat am Donnerstag ein 42-Jähriger vor dem Landgericht ein umfassendes Geständnis im Sinne der Anklage abgelegt. Der Staatsanwalt wirft dem Landarbeiter zwei Fälle von Brandstiftung auf einem Reiterhof bei Weiskirchen vor. Der Mann hatte dort gearbeitet. Und nach eigener Aussage hatte er dort erst im Juli 2007 und dann wieder im September 2008 nach durchzechter Nacht mit seinem Feuerzeug Heuballen im Lager angezündet. Die alte und dann die neue Scheune des Hofes brannten ab. Dabei entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt 284 000 Euro. Der Mann wurde nach der letzten Tat festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Ihm droht nun eine längere Haftstrafe nebst Unterbringung in einer Entzugsklinik für als gefährlich eingestufte Alkoholabhängige. Warum er jeweils Feuer legte und anschließend half, die Tiere in Sicherheit zu bringen, das weiß der Beschuldigte selbst nicht. Nur eine Erklärung fiel ihm ein: "Ohne Alkohol wäre das nicht passiert. Bestimmt nicht." Mit etwa 14 Jahren habe er angefangen, regelmäßig zu trinken. Sein Stiefvater und Mehrzahl seiner Brüder seier Alkoholiker und er auch. Und manchmal habe er unter dem Einfluss von Alkohol seltsame, ja wahnsinnige Ideen. Das erste Mal vor etwa 15 Jahren. Damals habe er nach der Rückkehr von einer Zechtour zu Hause die Scheune der Eltern angezündet. Warum? Das wisse er nicht. Spielten bei der Brandstiftung auf dem Reiterhof Ärger oder Frust eine Rolle? Der Angeklagte: "Nein. Ich hatte mit den Leuten nie Probleme. Die haben mir geholfen. Nach meiner Scheidung und so." Wieder nachdenkliches Kopfschütteln: "Es gab keinen Grund. Das werde ich nie verstehen." Der Prozess wird am 11. Mai fortgesetzt. wi