Kunst ohne Hemmschwellen

Saarbrücken. Seit 2002 gibt es auf der "Welt der Familie" ein spannendes Projekt: Besucher können Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und mit ihnen in Kontakt treten. Die Idee zu diesem Künstlersymposium hatte der Künstler Gliaugir, der es seitdem auch leitet

Saarbrücken. Seit 2002 gibt es auf der "Welt der Familie" ein spannendes Projekt: Besucher können Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und mit ihnen in Kontakt treten. Die Idee zu diesem Künstlersymposium hatte der Künstler Gliaugir, der es seitdem auch leitet. "Unser Ziel war und ist es, das Interesse an Kunst zu wecken und durch die Nähe zu den Künstlern gleichzeitig Hemmschwellen abzubauen", erklärt Gliaugir. Das Motto des diesjährigen Symposiums lautet "Land-Art": Die teilnehmenden Künstler sollen sich mit den Themen Landschaftspflege, Natur und Landwirtschaft auseinandersetzen.

Das Künstlersymposium hat sich in den sieben Jahren seines Bestehens gut etabliert, was vor allem dem Geschick und Weitblick seines künstlerischen Leiters zu verdanken ist. Gliaugir hat im Laufe seiner eigenen Entwicklung an bedeutenden Symposien teilgenommen, und seine Erfahrungen und Erkenntnisse nutzt er für die Gestaltung der Zusammenkünfte der Künstler in Saarbrücken. Unter anderem nahm Gliaugir teil an dem Projekt "12 Artistas" auf Lanzarote mit Cesar Manrique und an der "Interart" in Moskau teil. Als Jury-Mitglied begleitete er das internationale Symposium "Cerda und Celtoi" (griechisch für Kunst und Kelten) der Akademie Otzenhausen. Seine intensive Beschäftigung mit der keltischen und germanischen Geschichte fließt nicht nur in seine künstlerische Arbeit ein, Gliaugir schlüpft zuweilen auch in die Rolle eines keltischen Adligen, der im 4. Jahrhundert vor Christus lebte, und erklärt den Besuchern des Keltenrings bei Otzenhausen die alte Weltanschauung. "Lebendige Geschichte" ist das, was Gliaugir da präsentiert - so genanntes "Reenactment".

Seine Verbindung zu den Kelten und Germanen hat sich auch in der Wahl seines Künstlernamens niedergeschlagen. Vor vielen Jahren hörte er von einem Runenmeister, der sich "glanzäugig", gliaugir", nannte. "Dieser Name ist wie für mich gemacht," erklärt Gliaugir, der wie jener alte Runenmeister mit wachen Augen durchs Leben geht.

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Auf einen Blick

Das Künstlersymposium auf der Messe "Welt der Familie" ist vom 12. bis 20. September, täglich von 9 bis 18 Uhr in Halle 9.

Teilnehmer sind: Der Maler Pino Bonanno (Italien), die Keramikerin Catherine Daniel (Lothringen), die Kunsttherapeutin Andrea Denis (Lebach), der Maler und Grafiker Gliaugir, der aus Albanien stammende Maler Ziso Kamberaj, der Maler Michael Oberlik (Linz/Österreich), die Mixed-Media-Künstlerin Gila Paris und der in Sulzbach lebende Bildhauer Martin Steinert.

Die Künstler arbeiten in dieser Zeit öffentlich und lassen sich über die Schulter schauen. kjs