Künstlerische Arbeit als Kommunikationsmittel

Im Mittelpunkt der Ausstellung im Museum am Dom in Trier stehen Werke des nordrhein-westfälischen Malers Jiøi Keuthen. Er förderte wesentlich die Integration und den Abbau von Stigmatisierung,

2007 ist der nordrhein-westfälische Maler Jiøi Keuthen gestorben. Seine Positionen leben weiter dank der Kunstwerke, die er geschaffen hat. "Wenn ich mir Jiøis Bilder ansehe und seine Texte lese, dann sehe ich dort Jiøi, wie er mit mir spricht", sagte Michael Dieckmann zur Eröffnung der Ausstellung im Museum am Dom in Trier. "Der Mensch braucht Haltung. Positionen von Jiøi Keuthen" im Trierer Museum am Dom.

Lebensweg skizziert

Dieckmann skizzierte den Lebensweg seines stets suchenden und unruhigen Freundes aus Goch am Niederrhein. Er erinnerte an Keuthen, der wegzog, sich nicht bloß künstlerisch ausprobierte, als Pfleger in der Psychiatrie arbeitete und später mitsamt der Familie "ins Irrenhaus zog".

Gemeinsam mit Dieckmann realisierte er dort eine Malschule für Menschen mit psychischen Erkrankungen und leitete sie auch. "Er war für mich ein großer Künstler, ein großer Maler. Er nutzte seine künstlerische Arbeit als Kommunikationsmittel." Er habe keine schöne Kunst gesucht, "er wollte kommunizieren, anklagen, verbessern, er wollte Haltung bewahren und Stellung beziehen".

Heike Krüger hat den Künstler nie kennengelernt. Trotzdem ist er ihr so nahe gekommen, dass sie seinen Nachlass in der Koblenzer Galerie "Krüger contemporary art und projects" in Ehren hält. In Zusammenarbeit mit ihrer Galerie ist die Ausstellung in Trier aufgebaut worden. Galeristin Krüger berichtete von ihrer ersten "Begegnung" mit dem Künstler und ging auf die Wirkung verschiedener Werke ein

Museumsdirektor Markus Groß-Morgen begrüßte die Gäste vor dem Triptychon, das der Ausstellung den Titel gegeben hat. "Das war eines seiner ersten Werke, das ich im Original gesehen habe. Dieses Bild hat mich fasziniert."

Kein "Ausgeflippter"

Weihbischof Jörg Michael Peters eröffnete die Ausstellung. Er komme gerade von Exerzitien, "und noch bevor ich Menschen begrüßen konnte, stand ich vor dem Triptychon. Da musste ich hinschauen". Jiøi Keuthen sei kein "Ausgeflippter" gewesen, "sondern einer, der viel mit anderen geteilt hat", der in der Lage war, zu reflektieren, nach ethischen Grundsätzen zu suchen und sie zu formulieren.

Mitglieder des Trierer Ensembles BewegGrund - ein Tanzprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung - zeigten ausdrucksstark, worum es Keuthen zeitlebens auch ging. Sein Freund Michael Dieckmann brachte es auf den Punkt: "Jiøis Arbeit förderte wesentlich die Integration und den Abbau von Stigmatisierung, indem er die integrierende Kraft künstlerischen Wirkens nutzte."

Die Ausstellung "Der Mensch braucht Haltung" ist bis zum 14. September im Museum am Dom zu sehen.

www.museum-am-dom-trier.de