"Kritisch mitdenken, verantwortlich handeln"

Niederlosheim. Über 100 Termine vom 18. Mai bis zum 19. Juni

Niederlosheim. Über 100 Termine vom 18. Mai bis zum 19. Juni. Begegnung mit rund 400 Ehrenamtlichen, 19 Bischofsmessen, Gespräche mit allen 19 hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Firmung von rund 450 jungen Christen - das ist nur ein kleiner Teil der in Zahlen fassbaren Bilanz der jüngsten Visitationsreise von Weihbischof Robert Brahm durch die Pfarrgemeinden des Dekanates Losheim-Wadern (die SZ berichtete). Auf der anderen Seite gibt es die Beobachtungen und Erfahrungen, die Brahm während seiner vielen Begegnungen machen konnte und die er jetzt den hauptamtlichen Seelsorgern des Dekanates bei einer Konferenz in Niederlosheim vorgestellt hat.

Weniger Taufen

Angesichts einer Halbierung des Gottesdienstbesuches seit 1996, rund eines Drittels weniger Taufen als vor 15 Jahren und eines gleich hohen Rückgang bei den kirchlichen Trauungen könne man "nicht mehr weitermachen wie bisher", war sich Weihbischof Brahm mit den hauptamtlichen Seelsorgern einig. Der bereits zu Beginn der Visitation vorgestellte Pastoralplan für das Dekanat sei eine gute Basis für das künftige seelsorgerische Handeln und für notwendige Veränderungen, stellte Dechant Ralf-Matthias Willmes fest.Es komme jetzt darauf an, die dort beschlossenen Schwerpunkte zügig anzugehen und umzusetzen. Unter der Überschrift "Verantwortung übernehmen" sollen etwa die Ehrenamtlichen in den kirchlichen Räten systematisch unterstützt, beraten und begleitet werden. Die katholischen Kindestagestätten im Dekanat sollen zu "Orten kirchlichen Lebens" entwickelt werden und deren Verbindungen zur jeweiligen Pfarrgemeinde ausgebaut werden. Besonderen Wert legt der Pastoralplan auf die Seelsorge mit und für Familien.

Angebote ausbauen

Bestehende Angebote wie Spielkreise und Familiengottesdienstkreise sollen verstärkt werden und sich mit weiteren Familienangeboten verbinden. Weiter vernetzt werden sollen auch die Angebote für Jugendliche. Kirchliche Jugendarbeit soll dort angeboten werden, wo die Jugendlichen sich treffen und leben. Neben weiteren Zielen fordert der Pastoralplan unter der Überschrift "Arm dran" die Solidarität mit den sozial Benachteiligten ein. Ein weiterer Schwerpunkt beschreibt schließlich unter dem Leitwort "Begegnung in schweren Zeiten" das seelsorgerische Handeln mit alten, kranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen.

Austausch in Glaubensfragen

Brahm bestärkte die Seelsorger darin, den mit den Gremien des Dekanates erarbeiteten Pastoralplan zügig umzusetzen. Man müsse etwa angesichts fehlender Nachhaltigkeit in der Glaubensvermittlung besondere Anstrengungen unternehmen. Dabei gehe es weniger darum, dass Jugendliche alles über ihren Glauben wissen und aufsagen können, als darum, dass die mit den jungen Leuten in der Kommunionkatechese oder in der Firmvorbereitung geknüpften Beziehungsnetze weiter bestehen und gelebt werden, meinte Brahm. Für die Erwachsenen gelte es etwa, deren Nachfrage nach einem Austausch über aktuelle Glaubensfragen und kirchliche Themen in konkrete Angebote umzusetzen. Grundsätzlich wünschte sich der Weihbischof mit dem humanistischen Denker und heiligen Thomas Morus, dass angesichts der Probleme alle Verantwortlichen kritisch mitdenken, verantwortlich handeln, auf ihr Gewissen hören, ihren Visionen trauen und ihren Humor nicht verlieren. red