Kriminalität im Saarland nimmt deutlich zu

Die Zahl der Eigentums- und Betrugsdelikte ist im Jahr 2014 weiter angestiegen. Die Polizei registrierte im Vergleich zum Vorjahr 948 Taschendiebstähle und 390 Wohnungseinbrüche mehr – ein deutliches Plus.

Die Zahl der im Saarland von der Polizei registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr wieder deutlich angestiegen. Ein erster Überblick, den das Landespolizeipräsidium zu "Stand und Entwicklung der Kriminalität" für 2014 erarbeitet hat, geht von einem Anstieg der Delikte um 4,4 Prozent oder 3166 Fälle auf insgesamt 75 706 Straftaten aus. Diese Auswertung liegt unserer Zeitung vor. Da noch rund 700 so genannte Prüffälle abzuklären sind, kann es bei der Kriminalitätsrate noch um Abweichungen von etwa 0,1 Prozentpunkt kommen. Im Vorjahr lag die Gesamtzahl der Fälle bei 72 540. Eine erfreuliche Tendenz melden die Ermittler bei der Aufklärungsquote. Sie liegt demnach aktuell bei 53,3 Prozent. Dies sind 0,7 Prozentpunkte mehr als 2014. Insgesamt wurden 40 342 Delikte von den Ermittlern geklärt.

Im Bereich der Gewaltkriminalität, der in den vergangenen Jahren meist einen Anstieg verzeichnete, wird aktuell ein Rückgang um 2,1 Prozent oder 52 Fälle notiert. Die absolute Zahl liegt bei 2448 Taten.

Mit verschärften Kontrollen ist der außergewöhnliche Anstieg im Deliktsfeld der illegalen Prostitution um 151,3 Prozent zu erklären. 98 Fälle wurden hier registriert, 2013 waren es noch 39 Fälle.

Im Sektor der registrierten Eigentumsdelikte fällt ein extrem hoher Anstieg der gemeldeten Taschendiebstähle um 73 Prozent oder 948 Fälle auf insgesamt 2247 Straftaten (2013: 1299) auf.

Größtes Sorgenkind der Saar-Polizei bleiben die zahlreichen Wohnungseinbrüche . Statistisch gesehen ereigneten sich 2014 an jedem Tag mehr als sechs Einbrüche. Die Gesamtzahl wird mit 2485 Delikten (einschließlich der Versuche) angegeben. Dies sind exakt 390 Fälle oder 18,6 Prozent mehr als 2013 (2095 Fälle). Bereits seit 2012 arbeitet eine Sonderermittlungsgruppe "Wohnungseinbruch" der Polizei . Sie hat bislang 96 Haftbefehle vollstreckt. Für eine Vielzahl der Einbrüche sind, so die Fahnder , reisende Banden aus Osteuropa verantwortlich.

Bei den Betrugsfällen melden die Fahnder ebenfalls einen hohen Anstieg um 230 Delikte oder 16,7 Prozent auf 1605 Taten. Auffallend ist hier, dass es insgesamt in 253 Fällen (plus 112,6 Prozent) zu Betrügereien bei Banküberweisungen oder Kontoeröffnungen kam.

Einen Rückgang um drei Fälle auf 25 weist die Statistik bei den Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag) aus.