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Kriminalisten fordern frühe Spezialisierung bei der Polizei

Kriminalisten fordern frühe Spezialisierung bei der Polizei

Die Gewerkschaften der Polizei erwarten, dass Innenminister Bouillon nach der Vorlage des Sofortprogrammes seinen Worten schnell Taten folgen lässt. Kriminalisten fordern zudem eine frühe Spezialisierung in der Ausbildung.

. Die Ankündigung von Innenminister Klaus Bouillon (CDU ), mit Sofortmaßnahmen die akute Personalnot bei der Polizei zu lindern und die Neuorganisation des Sicherheitsapparates vorzeitig auf den Prüfstand zu stellen, trifft bei Gewerkschaften - wie berichtet - durchweg auf breite Zustimmung. Gleichzeitig werden weitere Forderungen und Vorschläge unterbreitet. Markus Schmidt, stellvertretender Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), sagt: "Es fehlt am großen Wurf!" Es müsse an den von der Politik zugesagten und von den Reformplanern kalkulierten 100 Neueinstellungen pro Jahr bleiben. "Nachhaltiges Personalmanagement" sei notwendig. Der BDK verlangt weiter, dass Nachwuchskräfte bereits im Studium "spezialistisch ausgebildet werden", damit sie insbesondere der Kriminalpolizei schneller zur Verfügung stehen.

Ralf Porzel, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) an der Saar, hofft, dass Bouillon seinen Worten "die richtigen Taten" folgen lässt. Die versprochene Überprüfung des Sicherheitsapparates mit dem Ziel, Doppelstrukturen abzubauen und Einspar-Effekte durch Fusionen zu erreichen, sowie Verfahrensabläufe zu durchleuchten, sei aus Sicht der GdP "zielführend". Skepsis meldet Porzel an, ob die Zielgrößen und Potenziale (bis zu 40 Beamte aus Verwaltungen in den Alltagsdienst) realistisch sind.

Sascha Alles, Landeschef der Polizeigewerkschaft DpolG, kommentiert Bouillons Initiative mit dem Hinweis, Pförtnerstellen bei Polizei und im Innenministerium mit privaten Sicherheitsleuten statt mit ausgebildeten Polizisten zu besetzen, treffe genau die Forderung seiner Organisation. "Eine schnelle Entscheidung würde hier direkt wirken." In anderen Bundesländern werde dies längst praktiziert.

Derweil kommt aus der SPD-Fraktion im Landtag der Ruf, die Polizisten vor Überlastungen durch ständig anfallende Überstunden zu schützen. Der Innenpolitiker Günter Waluga sagte: "Das erfordert insbesondere die Schaffung von altersgerechten Strukturen innerhalb der Behörde." Die vorgeschlagene Verlängerung von Arbeitsverträgen dürfe nicht dazu führen, dass es in der Folge zu weniger Neueinstellungen komme.