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Krebsgesellschaft stellt alternative Behandlungsmethoden vor

Saarbrücken. Ergänzende Krebs-Behandlungsmethoden sind Thema einer Tagung der Saarländischen Krebsgesellschaft gewesen. Diese Alternativen zu Chemotherapie und Bestrahlung fänden auch in der Schulmedizin mehr Beachtung. ulo

Krebspatienten sollten sich im Kampf gegen ihre bösartige Krankheit mehr bewegen und gesünder ernähren. Das verdeutlichte die Tagung "Aktiv gegen Krebs" der Saarländischen Krebsgesellschaft am vergangenen Wochenende im bis auf den letzten Platz gefüllten VHS-Zentrum am Saarbrücker Schloss.

Rund 200 Krebskranke und Angehörige waren gekommen, um von medizinischen Experten zu hören, was sie selber gegen Krebs tun können. Viele Tumorpatienten fühlen sich durch Ermüdung und Schlappheit stark eingeschränkt, aber es gebe nichts Risikoreicheres als körperliche Inaktivität, sagte Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Ob Spazierengehen, Walken, Wassertherapie oder anderer Freizeitsport: Jeder Krebskranke brauche individuelle Bewegungsprogramme, meint Baumann.

Es gebe keine Krebsdiät, die Beweise dafür liefere, dass sie Krebs oder Rezidive verhindern kann, räumte der Düsseldorfer Onkologe Dr. Bernhard Ost ein. Laut wissenschaftlicher Studien empfehle es sich jedoch auch zur besseren Vorbeugung gegen Krebs - möglichst wenig rotes Fleisch und mehr Fisch zu essen und weitgehend auf Zucker und künstliche Vitamine zu verzichten. Der Düsseldorfer Arzt riet zudem, auf wahrscheinlich krebserregende Zusatzstoffe wie E 123 in Lebensmitteln zu achten. Sie könnten beispielsweise in Kaubonbons, Gummibärchen, Puddings, Fischstäbchen oder Fertigsoßen enthalten sein.

Über bewährte ergänzende Methoden gegen Krebs berichtete der Saarbrücker Onkologe Dr. Steffen Wagner. Für die Wirksamkeit der Misteltherapie, die Glückshormone freisetze und gegen Schlappheit angehe, gebe es inzwischen genug Daten. Auch die zusätzliche Gabe des Radikalfängers Selen könne manchen Patienten helfen.