Krankenhäuser: „keine Alarmsituation“

Einige Abteilungen der generell gut ausgelasteten Kliniken im Saarland sind derzeit voll belegt. Alle Patienten werden aber weiterhin behandelt. Auf ein Bett in der Wunschklinik kann man allerdings nicht pochen.

Derzeit müssen Patienten damit rechnen, vereinzelt in entfernte Krankenhäuser im Land transportiert zu werden (die SZ berichtete). Weil aktuell nicht in allen Abteilungen der saarländischen Krankenhäuser genügend Betten verfügbar sind, verteilt die Rettungsleitstelle noch vor der Einweisung einzelne, nicht lebensbedrohliche Fälle auf entlegenere Kliniken mit freien Kapazitäten.

Ein Grund für die aktuell hohe Auslastung der Krankenhäuser sind Atemwegserkrankungen und grippale Infekte im Winter. Laut saarländischem Gesundheitsministerium sei die "Aktivität der Atemwegserkrankungen" vorige Woche im Vergleich zur Woche davor "deutlich gestiegen". Außerdem habe sich der "Anteil der Patienten , die mit grippalen Infekten den Wochenend-Notfalldienst aufgesucht haben, gegenüber der Vorwoche verdoppelt".

Der aktuelle Engpass in den Krankenhäusern hat aber auch strukturelle Gründe. Während die saarländischen Kliniken 2012 laut Saarländischer Krankenhausgesellschaft noch eine durchschnittliche Auslastung von 87 Prozent hatten, gehen Gesundheitsministerium und Rettungsleitstelle derzeit von einer Normalauslastung von 90 bis 95 Prozent aus. Laut Krankenhausgesellschaft halte man für die Winterzeit "keine Extrabetten" vor. Somit sei eine teilweise Überbelegung "jahreszeitlich bedingt". Im Gesundheitsministerium wundert man sich aber über die Kritik an einer hohen Auslastung der Kliniken . Sprecherin Annette Reichmann erklärte der SZ, dass dies mit Einverständnis der Klinikleitung geschehe. "Wenn Sie ein Produkt in dem einen Aldi nicht bekommen, dann gehen sie eben zu einem anderen", so Reichmann.

Lukas Hoor, Sprecher des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF), sieht das ähnlich. Man habe derzeit "keine Alarmsituation". Abgewiesen werde niemand. Hoor: "Wenn meinem Wunschkrankenhaus nicht entsprochen wird, hat das in der Regel medizinische Hintergründe, aktuell vermehrt aber auch organisatorische."