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Kramp-Karrenbauer lobt die Handy-Sammler

Saarbrücken. Gerechtigkeit und Gleichheit für alle. Die Ziele sind klar. Die Ideen saarländischer Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung auch. Die präsentierten sie gestern im E-Werk im Rahmen der „Zukunftstour“ des Bundesentwicklungsministeriums. Patricia Heine

Jeder kann was. Also kann auch jeder was tun. Das ist die Botschaft der Zukunftstour des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Seit 2015 ist die Zukunftstour in Deutschland unterwegs. Gestern dann das große Finale, die letzte Station im Saarbrücker E-Werk. An über 20 Stationen konnten Besucher, insbesondere Schüler der 8. und 9. Klassen, erfahren und erleben, wie fairer Handel funktioniert, wie wir nachhaltig mit Rohstoffen umgehen können oder wie allen Menschen auf der Welt ein würdevolles Leben gewährleistet werden kann.



Stoffbeutel aus fairem Handel selbst bemalen, regionale Seife bedrucken oder Panflöten bauen - die Fairtrade Initiative Saarbrücken ließ die Besucher selbst ans Werk. Besonders gefesselt hat einige Neuntklässler der Willi-Graf-Realschule in Saarbrücken das Thema Flüchtlinge . Am Stand der Initiative Bildung trifft Entwickung versuchten sie die Teile eines großen Holzpuzzles über afrikanische Länder zusammenzusetzen. "Das ist sehr interessant. Ich hatte vorher keine Ahnung, wo welches Land liegt", sagte eine Schülerin begeistert. Sie hätte sich sogar noch mehr Stände zum Thema Flüchtlinge gewünscht. "Ich will den Schülern hier bewusst machen, wie viel Potenzial in den Herkunftländern der Flüchtlinge steckt", erklärte Rudolf Fischer , der die Station betreute. Einige Stände weiter traf man auf den saarländischen Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ). Er hatte sich Zeit genommen und besuchte einige Initiativen, ließ sich erklären, wofür sie sich stark machen. "Es gibt im Saarland viele faire Schulklassen, die sich sehr engagieren", sagte er. Und das sei eine gute Botschaft für die Gesellschaft. Denn gerade junge Menschen zeigten ein großes Verantwortungsbewusstsein für Umwelt und Gerechtigkeit.

Am Mittag waren dann Vertreter aus Politik und Wissenschaft zu Gast auf der Bühne im E-Werk. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ), Professor Uwe Schneidewind vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie beantworteten unter anderem die Fragen der Schüler . Dabei ging es oft darum, was jeder Einzelne in seinem Alltag leisten kann, aber auch um geforderte globale Regeln. Die Ministerpräsidentin lobte die Nachhaltigkeitsaktionen saarländischer Schulen. Wie zum Beispiel das Sammeln alter Handys, um die Materialien zu recyceln.

Am Ende der Zukunftstour stellten viele Schüler ihr eigenes Verhalten in Frage. Brauche ich wirklich alles, was ich konsumiere? Wie würde es mir ohne Perspektiven in meinem Herkunftsland ergehen?

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