Kramp-Karrenbauer aktiv für Holocaust-Denkmal

Sie steht jetzt in einer Reihe mit Anne Will, Iris Berben oder Ulrich Matthes: Annegret Kramp-Karrenbauer setzt sich dafür ein, dass die Biografien der von den Nazis ermordeten sechs Millionen Juden Europas sichtbar werden.

Der Rahmen ist nobel, der Anlass ist ernst: Heute Abend werden im Berliner Hotel "Adlon" am Brandenburger Tor etwa 100 Gäste an einem Wohltätigkeits-Essen teilnehmen, das vom Förderkreis "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" ausgerichtet wird. Einladende sind Förderkreis-Chefin Lea Rosh sowie Bundestagspräsident Norbert Lammert und Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (beide CDU ).

Zu den besonderen Gästen zählt Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ), die vom Förderkreis zur Botschafterin für den "Raum der Namen" unter dem Stelenfeld des Holocaust-Denkmals in Berlin berufen wird. Damit ist die Saar-CDU-Chefin jetzt aktiv im Einsatz für die Spendensammlung, die für die Biografie-Arbeit benötigt wird. Denn um die Lebensgeschichten der sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden aufzuschreiben und zu vertonen, braucht es nach Förderkreis-Angaben etwa 100 Euro pro NS-Opfer . Im "Raum der Namen" können diese Biografien gelesen und gehört werden. Kramp-Karrenbauer sagte gestern der SZ, dass sie sich mit den anderen Botschaftern des "Raums der Namen", darunter ARD-Moderatorin Anne Will sowie die Schauspieler Iris Berben und Ulrich Matthes, austauschen wolle. "Ich werde meine Termine nutzen, um auf die Arbeit des Förderkreises hinzuweisen", erklärte Kramp-Karrenbauer. Die Saar-Landesvertretung sei dem Förderkreis von Anfang an sehr verbunden gewesen, zum einen durch die räumliche Nähe der "Saar-Botschaft" in Berlin zum Holocaust-Mahnmal, zum anderen habe der Förderkreis in der Entstehungszeit des Stelenfelds auch viele seiner Sitzungen dort abgehalten.

Der Schwerpunkt der Förderkreisarbeit liege in diesem Jahr auf den Biografien südosteuropäischer Holocaust-Opfer. Sie wolle aber in Berlin auch ansprechen, "inwieweit die Namen und Biografien der aus dem Saarland stammenden getöteten Juden im Raum der Namen präsent sind". 1935, als die Saarländer für Hitler-Deutschland stimmten, lebten etwa 3000 Juden im Saarland. Kramp-Karrenbauer sagte, sie werde sich im Einvernehmen mit der Synagogengemeinde Saar dafür einsetzen, dass die Namen der jüdischen NS-Opfer auch in Saarbrücken sichtbar gemacht werden. Die Diskussion über den Ort laufe derzeit.

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