„Kräuter: Gottes grüne Helfershelfer“

Bereits zum vierten Mal gibt's eine Kräuterschau in der Johanneskirche. Sie ist bis 21. Juli zu sehen – und die Mitarbeiter des Projektes Johanneskirche hoffen, dass sie auch Menschen anlockt, die noch nie in dem Gotteshaus waren

Bohnenkraut, Fenchel und Breitwegerich stehen für gewöhnlich an Bachläufen, auf Wiesen oder am Straßenrand. Doch zurzeit findet man all diese Kräuter mitten in der Johanneskirche.

Die Pflanzenausstellung "Kräuter - Gottes grüne Helfershelfer" ist noch bis zum 21. Juli in dem Gotteshaus zu sehen. Sie ist ein ehrenamtliches Projekt der evangelischen Kirchengemeinde St. Johann, des Obst- und Gartenbauvereins Kirrberg (OGV) und der Erlebnisgärtnerei Storb.

Zu sehen gibt es viele exotische Pflanzen, wie zum Beispiel das Currykraut aus dem asiatischen Raum, der Andenchili aus Süd- und die Indianernessel aus Nordamerika. Doch viel interessanter findet Renate Schütz vom OGV Kirrberg die heimischen Gewächse: "90 Prozent der hier ausgestellten Pflanzen wachsen bei uns an jedem Wegrand, die meisten wissen nur nichts davon." Zu diesen heimischen Wildkräutern gehört auch die sogenannte "Gewöhnliche Nachtkerze", die an fast jeder Ecke zu finden sei. "Von dieser Pflanze kann man fast alles verwenden. Die Blätter, Blüten und Knospen schmecken im Salat, die Wurzel kann man kochen wie Spargel und aus den Samen wird Nachtkerzenöl hergestellt. Das Öl hilft dann bei Hauterkrankungen und ist auch in vielen Cremes enthalten," erklärte Renate Schütz, die sich selbst als Kräuterhexe bezeichnet.

Insgesamt gibt es zirka 200 verschiedene Kräuter in der Johanneskirche, die sich auf vier Themenbereiche - Küchenkräuter, Teekräuter, mediterrane Kräuter und Heilkräuter - verteilen. "Die Felder sind so angeordnet, dass in der Mitte die Form eines Kreuzes entsteht," erklärt Regine Eichholz vom Projekt Johanneskirche. Sie ist für das Kulturprogramm in dem Gotteshaus zuständig und ist sich sicher: "Durch die Ausstellung locken wir auch Menschen an, die noch nie in der Johanneskirche waren. Sie kommen, weil sie sich für die Kräuter interessieren und sehen, was die Kirche sonst noch zu bieten hat." Die Pflanzenausstellung finde bereits zum vierten Mal statt, und in den letzten Jahren seien täglich immer bis zu 300 Besucher gekommen. "Das Interesse ist schon sehr groß. Aber das liegt nicht nur an der Ausstellung, wir bieten ja auch themenbezogene Gottesdienste und Führungen an," berichtet Eichholz über das Programm rund um die Ausstellung.

Dazu gehört auch ein kleiner Stand im Eingangsbereich, an dem Walter Mick, ebenfalls Mitglied im OGV Kirrberg, seine selbsthergestellten Kräuteressenzen verkauft. Er mischt Kräuter mit hochprozentigem Alkohol.

"Dadurch werden den Pflanzen ihre Inhaltsstoffe entzogen, und die Haltbarkeit wird verlängert," erklärt er. Letztendlich entstehe ein Saft, den man je nach Kraut zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten einsetzen kann. "Eigentlich ist das Medizin, aber wir nennen es Essenz, denn Medizin darf nur in Apotheken verkauft werden", stellt Mick klar. Er weiß nicht nur über die Herstellung der Essenzen Bescheid, sondern gibt den Besuchern auch Tipps zur Anwendung. Viele kommen hauptsächlich, um sich zu informieren. So auch Alice Grün, die selbst Kräuter in ihrem Garten anpflanzt: "Wir wollen einfach mal schauen, was in unserem Garten noch so fehlt und was wir demnächst anbauen können."

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Juli täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am 21. Juli startet um 12.30 Uhr der Verkauf der Pflanzen; Kontakt: Regine Eichholz, Tel. (06 81) 6 43 43.