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Kopfüber ins Finale

Wie eine Spinne an der Wand: Die 18-jährige Camille Masseran stieß im Finale trotzdem an ihre Grenzen. Ihr Team aus Dudweiler schafft es nicht, den Sieg zu holen. Foto: Jasmin Zinßmeister
Wie eine Spinne an der Wand: Die 18-jährige Camille Masseran stieß im Finale trotzdem an ihre Grenzen. Ihr Team aus Dudweiler schafft es nicht, den Sieg zu holen. Foto: Jasmin Zinßmeister FOTO: Jasmin Zinßmeister
Saarbrücken. 180 Boulderer haben sich am Samstag im Halbfinale der „Saar Wars“ an die Kletterblöcke gewagt. Im Finale der Premieren-Veranstaltung holte das Team Rocklands aus St. Wendel die meisten Punkte. Jasmin Zinßmeister

Kopfüber hängt sie in zwei Metern Höhe am blauen Boulder. Wie ist der nächste Schritt? Die 18-jährige Camille Masseran aus Metz hat es mit ihrem Team von der Kletter- und Boulder-Arena (KBA) Dudweiler ins Finale der Veranstaltung "Saar Wars" geschafft. Angestrengt holt sie aus, um sich um die gefährliche Ecke zu schwingen - und fällt auf die Matte. "Ich weiß einfach nicht, was ich mit meinem Fuß machen soll", sagt die Boulderin, die Mitglied im französischen Nationalkader ist. Mit einem Personaltrainer ist sie sechs Mal pro Woche in der Halle. Aber selbst für Profis ist der blaue Boulder hart. Das merkt auch Florence Grünewald vom Team Rocklands aus St. Wendel, die an der gleichen Stelle hängen bleibt wie Camille Massseran.

Wer sich fragt, was eigentlich der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern ist, dem liefert Organisator Andreas Hoffmann von der Kletter- und Boulder-Arena (KBA) die Antwort: "Beim Klettern ist man immer mit einem Seil gesichert", sagt er: "Beim Bouldern klettert man frei und nur um die fünf Meter hoch. Im Zweifelsfall fällt man auf eine weiche Matte."
Qualifikation läuft seit Januar


Was am Ende zählt, sind die Punkte. 100 gibt es pro Boulder, wer es nicht bis nach oben schafft, bekommt die Punktwertung des jeweiligen Griffes. Bereits seit Januar haben sich Boulderer aus dem ganzen Saarland qualifiziert, um am Samstag im Halbfinale stehen zu können. Dorthin haben es 180 geschafft, die bis zum Abend um den Einzug ins Finale kämpfen. Die Boulderer treten dabei für die eigene Halle, also für das Team "KBA Dudweiler " oder "Rocklands St. Wendel", an. Jedem der Teams ist einer der fünf Meter hohen Blöcke zugeteilt.

Vier Mal dürfen die Boulderer versuchen, bis nach oben zu kommen. Geschraubt wurden die Routen von erfahrenen Kletterern. Einer davon ist der 28-jährige Thomas Nonnengard aus St. Wendel. "Die Boulder sind extra so gebaut, dass es mit Sicherheit nicht jeder der zwölf Finalisten schafft", grinst Nonnengard. Er kennt die Griffe genau und weiß, was er den Sportlern abverlangen kann.

"Die Saar Wars veranstalten wir zum ersten Mal in dieser Form. Die Resonanz ist super, und es wird auch nächstes Jahr noch mal einen solchen Wettkampf geben", resümiert Organisator Hoffmann. Um die Sportler zu motivieren, sorgt ein DJ für die passenden Elektrobeats. Währenddessen verfolgen die rund 200 Zuschauer im Halbdunkel die angeleuchteten Boulder. Die Stimmung ist klasse. Jeder ist gespannt, wer es bis an die Spitze schafft.
"Das sieht echt hart aus"

Die KBA Dudweiler holt am Ende 330 Punkte. Gewinner ist mit 420 von 600 möglichen Punkten das Team Rocklands St. Wendel - obwohl "Rockländer" Sebastian Gerber vorm Finale gar nicht so recht daran glauben wollte: "Wir packen das eh nicht, das sieht echt hart aus", sagte er bei Betrachtung der schwarzen Route. Zum Schluss knackt er aber selbst noch einen Boulder. St. Wendel schafft insgesamt fünf von sechs. Nur der Blaue bleibt beidseitig unbezwungen.

kba-saar.de