Perspectives : Konzerte in „Käfigraum“ und „Bunker“

Das Gelände „Sektor Heimat“ am Osthafen ist die neue Heimat des Perspectives-Festivalclubs. An fünf Abenden treten dort französische Musiker auf.

Spannend machen es die Jungs vom "Sektor Heimat". So wie früher zu Weihnachten, als man den fertig geschmückten Baum auch erst zur Bescherung sehen durfte, lassen sie die Presse in den neuen Perspectives-Festivalclub-Raum noch nicht hinein.

Kein Geheimnis mehr ist immerhin, wo die Clubkonzerte des Festivals in diesem Jahr stattfinden werden: Im "Rhenania", einem leerstehenden alten Industriebau gleich neben dem Silodom , einem Biergarten plus Lounge, bekannt für Feste und Partys, am Osthafen. Ab jetzt nennt sich das ganze Gelände "Sektor Heimat".

Doch was das genau ist und was da geschieht? Wieder machen es die Jungs spannend und suchen nach Worten. "Idee war es, einer jungen Generation ein Zuhause zu geben", sagt Giovanni d‘Arcangelo, der mit seinen Acrobaten in früheren Jahren auch schon das Römerkastell-Gelände betrieb. Um die Subkultur-Szene gehe es, die man ja meist gerne an den Rand der Städte dränge, in den Rand-Sektor, damit sie nicht stört, präzisiert er. Aha. Könnte man den "Sektor Heimat" also als subkulturellen Party-Sektor bezeichnen? "Auf keinen Fall!" protestiert Janis Mudrich, Betreiber des Silodom. Höchstens vier, fünf Partys wolle man dieses Jahr noch veranstalten. Beim "Sektor Heimat" gehe es um anderes, um mehr. Um Kultur.

"Schreiben Sie ein Genre übergreifendes Kreativzentrum", rät er. Zusatzbezeichnung: "Institut für urbane Gestaltung". Um die 50 Leute seien hier in einem Netzwerk mit losen bis engen Verbindungen aktiv: Graffiti- und Videokünstler, Fotografen, Blogger, Webseiten-Gestalter, so zählt Giovanni d‘Arcangelo auf. Er gehört zusammen mit Mudrich zum geschäftsführenden Vorstand des Sektor-Heimat-Kulturvereins, der das Gelände, mit Unterstützung von Sponsoren wie der Stiftung ME Saar, in den kommenden zweieinhalb Jahren entwickeln will. Aber eigentlich möchten die Zwei in der Presse gar nicht so im Vordergrund stehen. Weil da doch viel mehr Leute dranhingen und sich ins Zeug legten.

Zurück zum Festivalclub: Dem wolle man an fünf Tagen eine Heimat geben, erklären sie. An fünf Abenden sollen hier die Konzerte mit französischen Musikern, Sängern, Bands stattfinden. Hinterher geht es mit Musik aller Richtungen von Djs weiter bis zum Morgengrauen. Den Besuchern stehe dann das ganze Gelände offen. Fünf Spielflächen, davon vier in den Gebäuden werde es zu entdecken geben. Im bewährten fantasievollen Römerkastell-Stil wollen die Heimat-Macher jede der Flächen, vom "Käfigraum" bis zum "Bunker", unterschiedlich inszenieren. Aber auch draußen, zwischen Hafenbecken und Gebäuden, sieht man zurzeit fleißige Handwerker sägen, hämmern und mauern. Künstler sprühen Graffitis. Gleichzeitig genießen junge Leute zwischen romantisch wucherndem Grün auf hippen Paletten-Möbeln den Feierabend bei kühlen Getränken. "Bitte beschreiben Sie es nicht so genau", bittet Janis Mudrich noch einmal. Also gut.

Das Programm im Sektor Heimat/Perspectives-Festivalclub: Freitag, 2. Juni, 21.30 Uhr: Seed to Tree, Monophona + Yarah Bravo Soundsystem Hip-Hop | Jazz | Soul | Dub, Samstag, 3. Juni, 21.30 Uhr: Napoleon Gold, Say Yes Dog + Marco Resmann [Watergate] House | Techno-Sonntag, 4. Juni, 22 Uhr: Zoufris Maracas, Donnerstag, 8. Juni, 22 Uhr: Feu! Chatterton, Freitag, 9. Juni, 22Uhr: Juniore + Dero & Klumzy [Römerkastell Tribute] Songwriting | Hip Hop | Reggae | Mash Up, Samstag, 10. Juni: Catz'n'Dogz [Pets Recordings] Deep HouseMichal Zietara [Wilde Renate] Techno | House.

Kartenvorverkauf für die Perspectives-Konzerte ist in St. Johann, Fürstenstraße 5-7. Einzelticket kosten zehn Euro, für Festival-Passinhaber fünf Euro. Die Eintrittskarten zu den Perspectives-Club-Konzerten berechtigen auch zum Besuch der anschließenden DJ-Partys. Wer die Sektor-Heimat-Partys besuchen will, erhält dafür Tickets an der Abendkasse. Ein Einzelticket kostet zwölf Euro, ein Fünfer-Pass kostet 36 Euro.

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