„Konsum und Migrationsbewegungen“

Was bewegt zehntausende Menschen zur Flucht von Afrika übers Mittelmeer nach Europa? Und wie hängt das Einkaufsverhalten der Deutschen mit den Produktionsbedingungen in den südlichen Ländern der Erde zusammen? Um diese Fragen geht es bei einer Diskussion – organisiert vom Verein Ramesch.

Am Dienstag, 5. November, ab 19 Uhr lädt der Verein Ramesch Forum für interkulturelle Begegnung zu einer Gesprächsrunde zum Thema "Transnationale Beziehungen: das Konsumverhalten und seine Auswirkung auf die Migrationsbewegungen" ins Theater im Viertel (Tiv) in der Alten Feuerwache. Ramesch erklärt: Vor dem Hintergrund der Flüchtlingstragödien vor der Küste Lampedusas und der neu aufgeflammten Einwanderungsdiskussion stelle sich die Frage, was Zehntausende von Menschen zur gefährlichen Flucht über das Meer bewegt. Die Lebenssituation vieler Menschen in den südlichen Ländern habe sich zunehmend negativ verändert, was durch "unser Konsumverhalten" mit verursacht worden sei. Viele Konsumenten wüssten jedoch nichts über Herkunft und Geschichte der Güter, die sie tagtäglich konsumieren. Ramesch fragt: In welchem Zusammenhang steht daher "unser Einkaufsverhalten" mit den Produktionsbedingungen in den südlichen Ländern der Erde?

Ramesch kündigt an: Vor der Gesprächsrunde werde der Autor und Regisseur Marcus Vetter bei einem Vortrag den transnationalen Beziehungen auf den Grund gehen und die Folgen des "Konsumverhaltens bei uns" für die Migrationsbewegung im Süden erläutern.

Vetter ist ein preisgekrönter deutscher Dokumentarfilmer und unter anderem Regisseur des Dokumentarfilms "Hunger". Ab 1994 war er als freier Redakteur, Autor und Regisseur beim SDR Stuttgart tätig. Im Jahr 1998 wechselte er zum SWR Baden-Baden, um dort als freier Dokumentarfilmautor für Kultur und Gesellschaft zu arbeiten. Nach Vetters Vortrag diskutiert Ikbal Berber, Präsidentin von Ramesch, mit Vetter sowie mit Veronika Kabis, der Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüros (Zib) der Landeshauptstadt Saarbrücken, und Harald Kreutzer, dem Koordinator des Netzwerks Entwicklungspolitik im Saarland, und mit dem Publikum. Die Veranstaltung gehört zur Themenreihe "Essen nur Essen?" Ziel der Veranstaltungsreihe - so versichert Ramesch - sei es, "das Thema Essen differenziert und aus verschiedenen Perspektiven aufzuzeigen". Dies geschehe "in Form von Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Gesprächsrunden mit Autoren und Künstlern".

ramesch.de