Können Bürgermeister Cattenom-Aus erwirken?

Luxemburger Bürgermeister wollen heute entscheiden, ob sie eine Klage auf Schließung des Pannen-AKW Cattenom vor einem französischen Gericht einbringen. Saar-Kommunen könnten sich anschließen.

. Seit Jahrzehnten stoßen Landespolitiker mit ihrer Forderung an die französische Regierung, das Pannen-AKW in Cattenom abzuschalten, auf Granit. Seit der Inbetriebnahme des ersten Meilers des aus vier Blöcken bestehenden Atomkraftwerks nahe der saarländischen und luxemburgischen Grenzen 1986 reißen die Klagen der Anrainerländer und der von einer potenziellen Atom-Katastrophe unmittelbar betroffenen Bürger nicht ab. Doch alle Gespräche mit der französischen Regierung über die große Angst vor einer Atom-Katastrophe wegen der inzwischen Hunderten von Pannen und Störfällen in Cattenom haben nichts gebracht. Ein Ende des Betriebs ist nicht absehbar.

Eine Reihe Luxemburger Bürgermeister wollen heute darüber beraten, ob sie eine Sammelklage vor einem französischen Verwaltungsgericht zur Schließung des AKW Cattenom auf den Weg bringen. Vorbild dabei ist laut Berichten Luxemburger Medien die Schweizer Metropole Genf, die es geschafft hat, dass ihre Klage gegen das AKW Buget bei Lyon von einem französischen Gericht angenommen wurde. Der Luxemburger Premier Xavier Bettel offenbarte bereits seine Angst davor, dass Luxemburg bei einer Katastrophe in Cattenom unbewohnbar wird.

Auch Saar-Kommunen erwägen, sich einer Klage der Kollegen aus Luxemburg anzuschließen. Wie die Geschäftsführerin des Saarländischen Städte- und Gemeindetages (SSGT) der SZ sagte, halte sie die Klage für so interessant, dass sie die Sache dem SSGT-Präsidium zur Entscheidung vorlegen werde. Der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU ) erklärte: "Man darf nichts unversucht lassen." Er plädierte dafür, dass die Saar-Bürgermeister auf die Luxemburger Kollegen zugehen, um sich an der Klage zu beteiligen. Saarlouis' OB Roland Henz (SPD ) sagte: "Vor 30 Jahren habe ich schon gegen das AKW in Cattenom demonstriert. Mir ist klar, welches Gefahrenpotenzial davon ausgeht. Deshalb sage ich, unabgestimmt mit dem Stadtrat, dass ich viel Sympathie für die Initiative der Luxemburger Kollegen aufbringe." Nalbachs Bürgermeister Peter Lehnert (Grüne) erklärte, dass er "die Sinnhaftigkeit einer solchen Klage" klar sehe. "Wenn Nalbachs Beitrag daran 2000 Euro betragen sollte, würde ich das Geld selbst sammeln gehen", sagte Lehnert. Auch Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler (Pro Hochwald) kann sich die Beteiligung an einer Klage "durchaus vorstellen". Nur 13 Kilometer von Cattenom entfernt liegt Perl. Dessen Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (CDU ) sagte, morgen werde er Remichs Bürgermeister Henri Kox treffen und über die Klage sprechen.