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Knapp über dem Auge schneiden

Axel Hagedorn zeigt den vielen Teilnehmern, wie es geht. Foto: Andreas Engel
Axel Hagedorn zeigt den vielen Teilnehmern, wie es geht. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Dudweiler. Tipps zum richtigen Zurückschneiden – aber auch zum Umgang mit Bäumen generell – gab Fachmann Axel Hagedorn in Dudweiler. Viel Neues konnten seine zahlreichen Zuhörer dabei erfahren. Von SZ-MitarbeiterJörg Martin

Der milde Winter hat dazu geführt, dass man sich eher Gedanken über das Frühjahr macht. Beim Blick in den heimischen Garten fällt da der Blick schnell auf die Bäume. Zeit zum Zurückschneiden, zum Stutzen und zum Begradigen des Geästs, denkt sich da manch einer. Nur, wie geht das? Wie vermeidet man Fehler? Und wann macht man das am besten? Antwort auf diese wichtigen Fragen gab am vergangenen Wochenende ein Kurs des Gartenbauvereins Dudweiler. Dieser bietet alljährlich zum Winterende einen Baumschnittkurs unter Leitung eines Fachmanns an.

"Das ist zugleich die Auftaktveranstaltung für unser Vereinsjahr. Wir wollen so Interessenten auf unseren Verein neugierig machen", erklärte Klaus Franosch, der 1. Vorsitzende, die Absicht. Das Konzept scheint aufzugehen. Beim Start auf dem Gelände der Gärtnerei Birkenmeier (Ater Stadtweg) waren weit über 40 Besucher erschienen, um den Ausführungen von Axel Hagedorn zu lauschen. Der Vorsitzende des NABU Fechingen-Kleinblittersdorf gilt als ausgewiesener Fachmann in Sachen Baumschnitt. Auf der Streuobstwiese oberhalb der Gärtnerei nahm er einen bereits geschnittenen Baum kritisch unter die Lupe. Das Thema sei nicht leicht: So hatte Hagedorn einige Verbesserungsvorschläge und zeigte diese den Interessenten. "Jeder Baum hat einen eigenen Charakter. Das ist wie beim Menschen auch", meinte der Referent. Einfühlungsvermögen für die Bäume sei also angesagt. Doch zunächst sollte man sich überhaupt Gedanken machen, wenn man einen Baum kauft. Wichtig ist, dass sich die Veredelungsstelle über der Erde befindet. Auch an Sitzäste für die Vögel sollte man denken. Hagedorn verwies aber auch darauf, dass man auf den Boden achten sollte. Nicht jeder Baum passe überall hin.

Und wo genau schneidet man nun ab, wollte eine Frau wissen? Immer knapp über dem Auge des Astes. Besser als Schneiden sei das Sägen, meinte Axel Hagedorn. Es soll kein noch so kleiner Stumpf übrig bleiben. Ansonsten steige die Fäulnisgefahr.

Besser als Leim

Und eine Flechte müsse nicht abgehobelt werden. Auch wenn man das früher so gemacht hat, informierte der NABU-Mann. Anbringen von Nistkästen sei auch besser zur natürlichen Schädlingsbekämpfung als etwa Leim. "Was immer steil nach oben geht, kommt weg", antwortete der Baumfachmann auf die Frage, woher man wisse, was man schneidet und was nicht. Ganz wichtig: Man soll sich Zeit nehmen. Je nach Umfang, Alter und Größe des Baumes kann die Arbeit bis zu zwei oder drei Stunden dauern. Aufpassen sollte man natürlich auch. Eine gute Reaktion schade ebenso wenig, weil ja Äste herunterfallen können.

Und wieder der Vergleich mit den Menschen: Bei starkem Auftrieb brauche der Baum im Jahr drauf einen sogenannten Erziehungsschnitt. Das hat aber auch den Vorteil, dass man überalterte Bäume verjüngen kann. Doch auch das in Maßen. "Wenn wir zu viel abschneiden, geht der ab wie die Post", scherzte Axel Hagedorn. Man muss den Baumschnitt nicht zwangsläufig im Frühjahr durchführen. Eigentlich ist es ganzjährig machbar. Außer beim Haselnussbaum. Da empfiehlt sich der August, erklärte der Fachmann. "Mich hat vor allem verblüfft, dass auch ein Baum Krebs haben kann", meinte eine Besucherin sehr beeindruckt.