Knallige Traktoren in groß und klein

In diesem Jahr wurde zur Mainzweiler „Pfingschdkerb“ am Sonntag erstmals ein Oldtimer-Traktorentreffen veranstaltet. Dabei gab es allerlei Schlepper zu bestaunen – vom schnittigen Gartentraktor bis hin zur Straßen füllenden Maschine.

So viele Traktoren wie am Sonntag haben sich wohl noch nie auf einen Schlag in der Stegbachstraße in Mainzweiler getummelt. Viele Traktorfreunde aus der näheren Umgebung waren dem Ruf der Traktorfreunde Mainzweiler gefolgt und stellten ihre historischen Zugmaschinen auf dem ersten örtlichen Oldtimer-Traktorentreffen aus. Wie Erik Dörrenbächer von den Traktorfreunden Mainzweiler erzählte, wolle man dieses Treffen im Rahmen der alljährlichen Pfingstkirmes etablieren und im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholen. Dass sich sein 14-jähriger Sohn auch schon für Schlepper interessiere, freue Dörrenbächer ganz besonders: "Er hat einen kleinen roten Gartentraktor." Genau wie seine rund zwanzig größeren Brüder, machte jener knallrote Gartentraktor am Sonntag eine gute Figur unter dem strahlend blauen Himmel. An einem schattigen Plätzchen fachsimpelten Mitglieder der Oldtimerfreunde Ostertal über ihr gemeinsames Hobby: Traktoren jeglicher Art - in allen Farben und Formen. Der stellvertretende Vorsitzende Bernd Hettrich aus Dörrenbach erwies sich im Gespräch mit der SZ als wahres Traktor-Lexikon. Er könne die Finger nicht von seiner blassroten Massey Ferguson 148 und Fachliteratur lassen. Dass Hettrichs Traktor bereits emsig einige Runden auf dem Acker gedreht hat, sieht man dem US-amerikanischen Schlepper an. "Hauptberuflich arbeite ich als Schreiner, aber nebenher bin ich Landwirt." Den Oldtimerfreunden Ostertal sei es wichtig, das historische Gut zu erhalten, denn ein Traktor gehöre auf dem Land einfach dazu. Rüdiger Klipstein, ebenfalls Mitglied der Oldtimerfreunde Ostertal, fährt einen Porsche, allerdings kann sein knallrotes Gefährt - im Gegensatz zu den gleichnamigen Sportwagen - nur auf 30 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Über die britische Puppentrickserie "Kleiner Roter Traktor" sei Klipstein auf sein heute liebstes Hobby gestoßen: "Mein Enkel hat sich die Serie angesehen und so kam's." Weil er gerade die deutsche Ingenieurskunst schätze, wehe an seinem Porsche-Diesel nicht nur zu Fußballmeisterschaften eine kleine Deutschlandflagge. Eine gute Figur machte Silke Hinsberger aus Marpingen zusammen mit Pflegetochter Johanna auf ihrem moosgrünen Farmer 3 S; Fendt hat den schnittigen Traktor zwischen 1966 und 1972 gebaut. Zusammen mit ihrem Ehemann Harald tingelt Silke Hinsberger seit 20 Jahren von Traktorentreffen zu Traktorentreffen. "Wenn einen das Fieber gepackt hat, geht es nicht mehr weg." Um auf weit entfernten Oldtimertreffen ein Dach über dem Kopf zu haben, hängt das Ehepaar einfach einen sieben Meter langen Bauwagen an den Farmer 3 S dran. Als es für die Familie am Sonntagnachmittag an der Zeit war, nach Hause zu fahren, hieß es: Ab auf den Schlepper und mit 30 Kilometern pro Stunde und viel Getöse davonbrausen. Denn ein historischer Traktor ist nicht immer zu sehen, aber schon von Weitem zu hören.