Kleines Filmfestival mit großen Themen

Saarbrücken. Noch bis morgen, 5. September, veranstaltet die Arbeitskammer (AK) des Saarlandes zum ersten Mal im Kino Achteinhalb die AK-Filmtage. Ziel des kleinen Festivals ist es, die Welt aus der Sicht von Filmemachern mit kritischem Blick zu beleuchten. Gezeigt werden Filme aus dem Spannungsfeld von Wirtschaft und Umwelt

Saarbrücken. Noch bis morgen, 5. September, veranstaltet die Arbeitskammer (AK) des Saarlandes zum ersten Mal im Kino Achteinhalb die AK-Filmtage. Ziel des kleinen Festivals ist es, die Welt aus der Sicht von Filmemachern mit kritischem Blick zu beleuchten. Gezeigt werden Filme aus dem Spannungsfeld von Wirtschaft und Umwelt. Neben Dokumentarfilmen findet sich mit "Michael Clayton" auch ein Oscar-prämierter Hollywood- Streifen im Programm. Angesprochen werden tagsüber besonders Schüler, Auszubildende und Jugendgruppen, die Abendvorstellungen sind einem breiten Publikum zugänglich. Den Auftakt machte am Montag die österreichisch-luxemburgische Gemeinschaftsproduktion "Über Wasser. Menschen und gelbe Kanister" von Udo Maurer. Auf den Spuren eines Elementes, das Lebensgrundlage für einen ganzen Planeten und ebenso Zerstörungskraft in sich vereint, begibt der Regisseur sich in drei Kapiteln auf Spurensuche. In Bangladesh müssen im Brahmaputra-Delta jährlich Tausende von Menschen ihre Heimat verlassen, um vor den Fluten zu fliehen. Ganze Häuser werden versetzt, oft mehrmals hintereinander, um der durch das Wasser bedingten Erosion zu trotzen. Akuter Wassermangel herrscht hingegen am Aral-See. Der ist in den letzten Jahren derart rapide zurückgegangen, dass ganze Landstriche mittlerweile verwüstet sind und in der einst von Fischfang und Schiffbau geprägten Region 90 Prozent aller Einwohner arbeitslos sind. Die letzte Station führt in einen kenianischen Slum. Wasser gibt es dort nur gegen Bares - und selbst das nicht immer. Schlangestehen und auch mal ohne Kanister nach Hause kommen gehören dort zum Alltag. Maurer lenkt sowohl in Kamera-Einstellung als auch mit seinem dramaturgischen Zug den Blick nur aufs Wesentliche. Und das geht unter die Haut. Egal ob kasachische Fabrikarbeiterinnen Lieder von besseren Zeiten singen oder Slumbewohner aus Nairobi im Wohlstandsmüll graben. Maurers Film macht in unmittelbarer Direktheit, aber ohne reißerische Betroffenheitsbilder bewusst, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass Wasser aus der Leitung kommt. Ganz nebenbei kriechen Fragen in den Hinterkopf, Zweifel machen sich breit und auch die Überlegung, dass die Zukunft auf dieser Erde etwas ist, das uns alle jeden Tag aufs Neue angeht. sad

In KürzeDie nächsten Filme Heute: Darwins Alptraum, morgen: Michael Clayton. Beginn jeweils um 20 Uhr im Kino Achteinhalb. red

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