Kleine Monster aus Filz fressen Kummer auf

Saarbrücken. "Kummer-Fress-Monster" werden, streng genommen, hergestellt oder handgefertigt. Menschen allerdings, die in diesen kleinen farbigen Biestern ein Leben oder gar eine Seele vermuten, benutzen lieber den Begriff "ausgesetzt". So natürlich auch Simone Luley aus Saarbrücken, die Schöpferin dieser zwei bis drei Zentimeter großen Figuren aus Filz

Saarbrücken. "Kummer-Fress-Monster" werden, streng genommen, hergestellt oder handgefertigt. Menschen allerdings, die in diesen kleinen farbigen Biestern ein Leben oder gar eine Seele vermuten, benutzen lieber den Begriff "ausgesetzt". So natürlich auch Simone Luley aus Saarbrücken, die Schöpferin dieser zwei bis drei Zentimeter großen Figuren aus Filz. "Kummer-Fress-Monster" sind zum Ansehen, Anfassen und Hinstellen da. Sie haben die Mission, aus schlechter Laune gute Laune zu machen, eben Kummer zu fressen durch ihr bloßes Dasein. Sie haben große Zähne und gucken grimmig drein, aber sogar Kinder finden sie nicht bedrohlich.Die kleinen "Monster" wecken den Beschützerinstinkt und erzeugen dadurch positive Gefühle. Sie wohnen in blauen Streichholzschachteln, die für ihre Bedürfnisse aufgewertet wurden. Simone Luley ist 34 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder, ist gelernte Friseurin, arbeitet aber nicht mehr im Beruf, sondern als Kunsthandwerkerin und Anbieterin von Kreativkursen. Vor sechs Jahren begann sie mit Wollfilzen als Hobby. Neben vielen großen Arbeiten, bis hin zum Teppich, entstand irgendwann aus einer Laune heraus ein erstes "Kummer-Fress-Monster", und zwar in Nadelfilz-Technik. Ein Büschel Wolle wird dabei tausende Male mit einer Filznadel verdichtet, bis ein kompakter Korpus entsteht. Oft weiß Luley zu Beginn der Arbeit gar nicht, ob das Monsterchen am Ende Beine haben wird oder Arme. Oder beides. Planbar sind Farbe, Gesichtsausdruck und Haare. Derzeit entstehen in einer Kleinserie "Liebeskummer-Fress-Monster" in rot und rosa, mit Herzen am rechten Fleck. Die "Kummer-Fress-Monster", erstmals im August 2011 unter die Leute gelassen, sind seitdem äußerst beliebt. Etwa 150 tun bereits ihre Arbeit, eines sogar in Amerika. Ein Au-pair-Mädchen hat es über den großen Teich gebracht. Der Preis von 9,95 Euro mag auf den ersten Blick erschrecken, allerdings stecken in jedem Monster an die zwei Stunden Handarbeit.

Infos bei Simone Luley, Tel. (06 81) 8 31 84 67, Verkauf auch im Kleinkaufhaus Yaayaa am St. Johanner Markt.