Klassik trifft Jazz: Bitte mehr davon

"Das Requiem von Alfred Schnittke schreit nach Improvisation." Kluge Worte von Georg Grün im Programminfo zu "Re: Requiem based on Schnittke". Unter dem Titel versammelte der Professor für Chorleitung der Hochschule für Musik (HfM) am Sonntag in der Stiftskirche den Großen HfM-Chor und eine "Jazz Between Band" auf einer vor der Orgelempore errichteten Bühne - droben thronte Hausorganist Jörg Abbing.Ein Erfolg war bereits, dass Klassik- und Jazzfans, sonst viel zu selten in derselben Veranstaltung zu sehen, in trauter Eintracht herbei eilten.

Sie erlebten einen fesselnden "Crossover"-Abend, der mit inbrünstigem Chor- und Sologesang (Lisa Ströckens, Anne Melzer, Melina Meschkat, Matthias Rajczyk) dem Requiem gerecht wurde und außerdem Schnittkes polystilistischen Gedanken der Verbindung verschiedener Genres logisch weiterführte: Nicht nur die im Schnittke-Original stiefmütterlich behandelten Musiker der Band (Leitung: Oliver Strauch) kamen mit spannungsreich-jazzigen Passagen ausgiebig zum Zug, auch die Sängerschar und der Organist durften sich improvisatorisch einbringen. Begeisterter Schlussapplaus signalisierte: Bitte noch mehr aus der Rubrik Klassik trifft Jazz .