Kinderbücher wiesen Weg zum Beruf

Die Zeichnerin Katharina Rival hat einen Preis des Sulzbacher Kunstvereins gewonnen. Wir stellen die talentierte Illustratorin vor, die mit ihrer Familie im März in die saarländische Heimat zurückgekehrt ist.

Katharina Rival war lange Zeit nicht ganz klar, was sie beruflich machen will. "Irgendwas mit Kunst, aber ich wusste nicht, was", erzählt die aktuelle Preisträgerin "Junge Kunst" des Kunstvereins Sulzbach. "Die Malerei mag ich eigentlich gar nicht besonders, und daher habe ich nach meinem Fachabitur in Design erstmal gejobbt", erklärt sie und lacht. Und so restaurierte sie Möbel in Baden-Baden, arbeitete lange Zeit in einem Café in Saarbrücken , unterrichtete sogar in einer Malschule. "Und dann sind mir Kinderbücher in die Hand gefallen. Und das war es dann", erzählt sie weiter. Der Berufswunsch stand mit einem Mal fest, sie wollte Illustratorin werden, "denn ich zeichne gerne kleine Details". Daraufhin verließ sie ihre saarländische Heimat und zog nach Hamburg, studierte sieben Semester das Fach Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Von dort aus bewarb sie sich auch um den Preis "Junge Kunst" des Sulzbacher Kunstvereins, den sie noch unter ihrem Mädchennamen Niehage im letzten Jahr gemeinsam mit der Goldschmiedin Anja Metzger gewann. Aktuell kann man eine Ausstellung der beiden Künstlerinnen in der Aula Sulzbach sehen. Die Teilnahme an dem Preis zeigt, dass Katharina Rival ihre saarländischen Wurzeln nicht vergessen konnte. "Auf einer der langen Autofahrten von Hamburg nach Saarbrücken haben wir Anfang des Jahres beschlossen, wieder ins Saarland zurückzukehren", erzählt sie weiter. Die junge Familie - Katharina Rival ist mit einem Franzosen verheiratet, und das Paar hat Zwillinge im Alter von zwei Jahren - zog im März wieder nach Saarbrücken . Recht kurzfristig bewarb sie sich dann auch an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK Saar) und wurde sofort angenommen. Kein Wunder, denn ihre Arbeiten zeigen bereits eine ausgesprochen fantasievolle und sehr sorgfältig arbeitende, ins Detail verliebte Künstlerin. Egal, ob ihre Serie der "Wutbürger", mit der sie sich an der HBK Saar beworben hat, oder ihre Illustrationen zu einem französischem Kochbuch - in allen Arbeiten zeigt sich eine ganz eigene künstlerische Handschrift. "Mein Abenteuerspielplatz sind die Transparenzen", erklärt sie augenzwinkernd, als sie auf die Illustrationen zu ihrem französischen Kochbuch zu sprechen kommt. Die Abbildungen in diesem Kochbuch erschafft sie digital, legt in ihrem Computer so viele dezente Farben, dekorative Formen und zahlreiche Ebenen übereinander, "bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin". Dabei herausgekommen sind Bilder, die vielschichtig, durchscheinend und symbolhaft einzelne französische Rezepte illustrieren, mit einem deutschen Wörterbuch im Anhang. "Mein Mann stammt aus Nantes in der Bretagne und seine Familie kann kein Deutsch, ich wiederum kein Französisch. Daher versuche ich, ihnen über den Genuss der Kultur näherzukommen", berichtet sie. Die von ihr so leicht und liebevoll, aber ebenso geistreich illustrierten Rezepte ihrer Schwiegerfamilie würde sie nun gerne herausgeben, als Sprachschule und als Kochbuch. Und das wäre sehens- und wünschenswert.

Bis 21. August: Ausstellung von Katharina Rival in der Aula Kulturforum, Gärtnerstraße 12, 66280 Sulzbach. Geöffnet ist Mittwoch bis Freitag, 16 bis 18 Uhr und Sonntag, 14 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet.

katharinarival.de