Kinder sollen erfahren, wie die Welt länger hält

Warum das Licht ausmachen, wenn man rausgeht? Warum etwas wiederverwerten, anstatt es wegzuwerfen? Antworten auf diese Fragen bekommen saarländische Kinder jetzt schon im Kindergarten.

Kinder sollen erfahren, wie die Welt länger hält

Kinder sind die Zukunft. Deswegen sollen sie schon früh lernen, welche Pflanzen und Tiere es gibt, und wie man schonend mit ihnen umgeht. Das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz des Saarlandes und der Biosphärenzweckverband Bliesgau bilden daher sogenannte Begleiter für die Bildung einer nachhaltigen Entwicklung (BNE) aus. Zehn neue BNE-Begleiter gibt es seit Januar - insgesamt sind es nun 35 im Saarland. Sie erklären Kindergartenkindern Natur und Lebensmittel.

Zwei der frisch ausgebildeten BNE-Begleiter sind Nicole Krämer (41) und Christine Toni (56). Sie arbeiten als Erzieherinnen in der Caritas-Kindertagesstätte Thomas Morus in Saarbrücken, Am Homburg. Sie leben selbst umweltschonend, Krämer ist Veganerin. "Das Ziel ist, die Kinder dazu zu bringen, mehr Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen", sagt Krämer. Toni ergänzt, dass auch Kleinkinder lernen sollen, Ressourcen zu sparen und verantwortlich mit Lebensmitteln, Wasser und Strom umzugehen. Seit Oktober 2012 absolvierten die beiden je zwei Tage lang sechs verschiedene Module. Mal beschäftigten sie sich im Wald mit Überwinterungsstrategien von Tieren, mal fuhren sie in den Gebrauchtkleiderladen "Warenkorb" nach St. Ingbert und setzten sich mit dem Prinzip Wiederverwendung auseinander. Insgesamt wurden verschiedene Bereiche abgedeckt, Theorie und Praxis miteinander vereint. Sie lernten, dieses Wissen für Kinder anschaulich aufzubereiten. Zwei BNE-Begleiter hatte die Kita bereits. "Nachhaltigkeit fängt schon beim Waldspaziergang an", erzählt Krämer, "wir erklären den Kindern was sie sehen, lehren sie, auf Tiere zu achten. Sie sollen beispielsweise keine Pflanzen abreißen, sondern sammeln, was sie auf dem Boden finden." Jeden Tag gebe es Situationen, in denen man etwas erklären kann. "Manche Dinge muss man halt wiederholen", sagt Toni, "beispielsweise das Thema Papierverschwendung beim Malen." Daneben gibt es verschiedene Projekte. Letztes Jahr ging es zum Beispiel um heimische Pflanzen. Die Kinder brachten Kräuter und Pflanzen mit. In Töpfen, die wiederverwendet wurden. Einige Kräuter pflanzten sie dann in ein Hochbeet, gebaut im Rahmen des Abschlussprojekts der Fortbildung. Krämer legte mit den Kindern einen Komposthaufen an. Toni kochte mit den Kindern, benutze die Kräuter und das angepflanzte Gemüse des Gartens. Da in der Kita auch Kinder von ein bis drei Jahren betreut werden, passen die BNE-Begleiter die Inhalte dem Alter an. Manche singen, andere malen, mit den größeren Kindern halten sie kleine Konferenzen ab. Sie behalten viel, sagt Toni. Zukünftig sollen sie dieses Wissen weitergeben, zum Beispiel zu Hause.