Kinder packen witzige Botschaften in ihre Filme

Am Donnerstag startete im Filmhaus und im Kino Achteinhalb die Vorstellung der Kinderfilme von „Créajeune“, dem grenzüberschreitenden Videowettbewerb für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Moderatorin Ariana Emminghaus, Praktikantin des Saarländischen Filmbüros, hat am Donnerstagmorgen im Kino Achteinhalb einen schweren Stand. Ihr Hinweis, dass das junge Publikum möglicherweise nicht alle Filme verstehe, weil einige Streifen in französischer Sprache laufen und untertitelt sind, provoziert den lebhaften Protest einiger KiTa-Kinder. "Wir können schon lesen. Und schreiben.", beteuern die Kinder auf den vorderen Plätzen. "Und ein bisschen Französisch können wir auch!" Tja - selbst die jüngsten Zuschauer von "Créajeune", dem grenzüberschreitenden Videowettbewerb für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene , sind offenbar bereits genau so zweisprachig wie das gesamte Konzept. Erstmals findet der von einem Vier-Länder-Netz veranstaltete Filmwettbewerb der Großregion in drei Städten statt: Bei der aktuellen siebten Ausgabe sind Saarbrücken , Metz und Luxemburg die Austragungsorte für jeweils eine Alters-Kategorie. Eine Vorauswahl-Jury hatte im September in Luxemburg getagt und knapp 150 Bewerbungen gesiebt. Die Preisträger der im Wettbewerb gelandeten 28 Beiträge von Kindern, 29 Filme von Jugendlichen und 18 Filme von jungen Erwachsenen ermittelt jeweils eine eigene Jury - und jede dieser Jurys setzt sich aus Mitgliedern der entsprechenden Altersklasse zusammen. Am Donnerstag startete nun in Filmhaus und Kino Achteinhalb die Vorstellung der Kinderfilme.

Viele Preise gestiftet

Zu gewinnen gibt's in jeder Kategorie gleich mehrere, von unterschiedlichen Institutionen gestiftete Preise, überwiegend mit 500 Euro dotiert. Und zum ersten Mal sind alle drei Kategorien für den QuattroPole-Preis für den besten Film zum Thema "Leben in meiner Stadt" nominiert. Das Spektrum der Beiträge reicht von Musikvideos und Dokumentationen bis zu Animations- und Spielfilmen. Die meisten der in der Kategorie FSK 0 gezeigten Kurzbeiträge von Kindergarten- und Grundschulkindern verblüffen als Animationsfilme von überbordender Kreativität, teils transportieren sie sogar witzig verpackte Botschaften. So appelliert der belgische Beitrag "Les déchets sauvages" (Der wilde Müll) auf hinreißend komische Weise an verantwortungsbewusste Abfallentsorgung, und der lothringische Kurzfilm "La Semaine du Super Petit Loup" (Die Woche des kleinen Superwolfs) verulkt das Genre Helferkomplex-geplagter Superhelden à la Batman . Keine leichte Aufgabe also für die elfköpfige Jury aus deutschen, französischen, belgischen und Luxemburger Kindern, die gleich im Anschluss tagte. Gemeinsam mit ihren erwachsenen Jury-Beratern Adrien Promme, Vincent Leleu und Jenny Schlechter haben die jungen Juroren zuvor gewisse Kriterien (Handlung, technische Realisierung, Genre) definiert und dürfen je Film bis zu 21 Punkte vergeben.

Die von Promme geleitete und gedolmetschte Sitzung zeigt, dass die Kinder genau hinschauen und ihre Aufgabe sehr ernst nehmen: Es wird engagiert und auf analytisch wie argumentativ überraschend hohem Niveau diskutiert. Alle sind erstaunt über die Originalität und handwerkliche Qualität dieser Filme der Kleinsten: "Ich hätte nicht gedacht, dass kleine Kinder so schöne Ideen haben!", meint ein Mädchen.

creajeune.eu