Kinder lernen, wie man mit Hunden umgeht

Heusweiler/Saarbrücken. Viele Hunde leiden, weil ihre Frauchen oder Herrchen nicht wissen, wie man mit den Vierbeinern richtig umgeht. Um das Leiden der Hunde zu vermeiden, bringt Kathrin Bach mit ihrem "Kind-Hund-Projekt" Kindern von sechs bis zwölf Jahren die Sprache der Hunde bei - und wichtige Regeln für den Umgang mit Hunden

Heusweiler/Saarbrücken. Viele Hunde leiden, weil ihre Frauchen oder Herrchen nicht wissen, wie man mit den Vierbeinern richtig umgeht. Um das Leiden der Hunde zu vermeiden, bringt Kathrin Bach mit ihrem "Kind-Hund-Projekt" Kindern von sechs bis zwölf Jahren die Sprache der Hunde bei - und wichtige Regeln für den Umgang mit Hunden. So will Bach unter anderem verhindern, dass Kinder gebissen werden - was ihrer Meinung nach meist nur geschieht, weil die Hunde überfordert sind.Kürzlich war die ausgebildete International Dog Trainerin, die in Heusweiler seit Anfang 2010 die Hundeschule Tierlieb leitet, zu Gast an der Saarbrücker Ost-Grundschule. Mit dabei waren die beiden vierjährigen Hündinnen Anouk und Paula. "Anouk ist ein sibirischer Husky und etwas zurückhaltend, schüchtern und sanft, für Kinder, die vor Hunden Angst haben, also wunderbar geeignet", erläuterte Bach.

Die Kinder hörten der Tiertrainerin gespannt zu, als sie erklärte, wie man sich verhält, wenn ein fremder Hund auf einen zugelaufen kommt. "Ihr solltet auf keinen Fall wegrennen, weil der Hund dann meint, ihr seid seine Beute und euch hinterherläuft", riet Bach.

Dem kleinen Yannick war genau das schon mal passiert: "Ich bin schon einmal vor einem Hund weggerannt, und dann lief er mir nach."

Nächster Tipp von Kathrin Bach: einen Hund nicht direkt anstarren. Er könnte sich bedroht fühlen. "Das Sicherste ist, einfach still stehen zu bleiben, sich von dem Hund abzuwenden, die Arme nach unten hängen zu lassen und alles, was man in der Hand hält, einfach auf den Boden fallen zu lassen."

Eine solche Situation durften die Kinder - in der Rolle als "stille Bäume" - anschließend mit der vierjährigen Hündin Paula nachspielen. Der Berger-Picard-Terrier-Mix ist ein sehr zutraulicher, aufgeweckter, fröhlicher Hund, der den Kindern seine Zuneigung zeigte, indem er sie ableckte.

Bach erklärte den Kindern nicht nur, wie sie reagieren sollten, wenn ein fremder Hund auf sie zukommt. Die Tiertrainerin führte den Kindern auch vor, wo und wie man einen Hund streichelt und wie man ihn richtig anleint: "Niemals sollte man einen Hund an seinem Halsband anleinen. Das tut ihm weh. Viel schonender ist ein Brustgeschirr."

Für Bach ist ihr "Kind-Hund-Projekt" eine Herzensangelegenheit: "Ich kann mein Wissen, das ich bei meiner Ausbildung zur International Dog Trainerin bei der norwegischen Verhaltensforscherin Turid Rugaas erworben habe, an andere weitergeben. Aus meiner Abschlussarbeit, deren Schwerpunkt der Kind-Hund-Umgang war, wurde dieses Projekt."

Tiertrainerin Kathrin Bach im Gespräch mit Paula. Foto: Becker&Bredel.

Bach betont, dass es ihr nicht darum gehe, Hunden verschiedene Kommandos beizubringen und sie zu dressieren. Vielmehr wolle sie stattdessen den fairen und verständnisvollen Umgang zwischen Kind und Hund vermitteln, Beschwichtigungssignale verdeutlichen und Fehlverhalten aufdecken. Bach: "Gewaltanwendung ist für mich ein Tabu."

Mehr von Saarbrücker Zeitung