Kinder kickten über der Weltkriegsbombe

Malstatt. Die Jungen und Mädchen aus der Nachmittagsbetreuung der Maria-Montessori-Grundschule und dem benachbarten Kindergarten hatten einen aufregenden Montagnachmittag. Auf dem ehemaligen Bolzplatz, wo die Kita Rußhütte entsteht, hatten Arbeiter eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gefunden

Malstatt. Die Jungen und Mädchen aus der Nachmittagsbetreuung der Maria-Montessori-Grundschule und dem benachbarten Kindergarten hatten einen aufregenden Montagnachmittag. Auf dem ehemaligen Bolzplatz, wo die Kita Rußhütte entsteht, hatten Arbeiter eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gefunden. Berufsfeuerwehr und Polizei evakuierten für etwa anderthalb Stunden die Montessori-Einrichtungen sowie rund 800 Menschen aus Wohnungen im Umkreis von etwa 500 Metern. 42 Rußhütter nutzten nach Angaben von Feuerwehrchef Josef Schun die Möglichkeit, in einem Bus das Ende der unspektakulären Entschärfung abzuwarten. "Es handelte sich um eine Bombe mit Aufschlagzünder. Deswegen war es möglich, sie an Ort und Stelle zu entschärfen."Verantwortlich dafür war Werner Fuchs vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Konzentriert und risikobewusst machte er seine Arbeit - trotz der häufigen Bombenfunde bei Bauarbeiten. "Passieren kann immer etwas. Aber bei dieser Bombe bin ich wirklich sehr zuversichtlich", sagte er und ging wieder an die Arbeit. Von Routine konnte bei den Eltern natürlich keine Rede sein. "Ich wurde angerufen, dass ich sofort meinen Sohn Linus von der Schule abholen solle, weil man eine Bombe gefunden habe. Da hat man als Vater schon ein mulmiges Gefühl", sagte Rolf Wilmes. Auch seinem Sohn Linus war nicht recht wohl bei dem Gedanken, dass gleich neben seiner Schule eine Bombe lag. "Ich bin sehr froh, dass Papa gleich kam."

Linus war nicht der Einzige, dem gestern mulmig zumute war. "Ich mag keine Bomben und finde es doof, dass jetzt die Nachmittagsbetreuung ausfällt", sagte die siebenjährige Lia.

Und Christine Theiss, die ihre fünfjährige Tochter aus dem Kindergarten geholt hatte, war natürlich auch nicht angetan: "Ich bin froh, dass meine Tochter jetzt bei mir ist und bin schon ein bisschen aufgeregt. Man wusste ja die ganze Zeit nichts Genaueres über die Bombe." Nur Julius fand die ganze Aktion spannend - und er bedauerte, nicht direkt beim Geschehen dabeisein zu dürfen. "Da hat man als Vater schon ein mulmiges Gefühl."

Rolf Wilmes über

die Evakuierung

der Montessori-Grundschule