Kinder freunden sich mit Apollo an

Hundetrainerin Jutta Birk erklärte bei der Kinderuni Saarlouis die Körpersprache der Hunde. Ihr Therapiehund Apollo fraß den jungen Tierfreunden schnell aus der Hand.

"Ein Hund ist kein Kuscheltier!", mahnt Hundetrainerin Jutta Birk in ihrem Vortrag bei der Kinderuni Saarlouis. Zur Veranstaltung der Volkshochschule und der Kinderbeauftragten Corinna Bast sind rund 40 Kinder und 20 Eltern gekommen, um den Umgang mit den Vierbeinern zu erlernen.

Im Mittelpunkt steht vor allem das Anschauungsobjekt Apollo, ein schwarzer Flat Coated Retriever. Apollo kann als ausgebildeter Therapiehund für Gehörlose, Autisten oder Demenzpatienten eingesetzt werden. Schnell verlieren die Kinder die Scheu, streicheln das lockige Fell und führen Apollo mit Leckerlis durch den Hindernisparcours.

"Apollo ist sehr menschenfreundlich und kinderaffin", erklärt die Hundeexpertin, und wie wichtig es sei, Kinder schon früh an die Tiere heranzuführen. "Jeder zweite bis dritte Haushalt in Deutschland hat einen Hund. Man wird ständig mit ihnen konfrontiert", sagt die 49-jährige Tiertrainerin und Verhaltenstherapeutin.

Die Anschaffung sollte dennoch gründlich überlegt sein. Das weiß auch Fabian Gammel aus Ensdorf, der sich mit seiner Mutter informiert. "Wir bekommen bald einen Rhodesian Ridgeback", freut sich der 13-Jährige. Er weiß aber auch, dass ein Hund Arbeit bedeutet: "Man muss seinen ganzen Tag umstellen, damit man oft genug Gassi gehen kann."

Auch wie man sich fremden Hunden gegenüber verhält, wollen die Kinder wissen. "Wenn ein Hund auf euch zurennt, auf keinen Fall schreien oder weglaufen, das animiert den Hund zur Jagd!", rät Birk. "Bleibt stehen und wendet euch leicht seitlich vom Tier ab." Hunde solle man nicht provozieren. "Die merken sich das", meint Birk. Schlafende Hunde solle man ebenfalls besser in Ruhe lassen.

Durch ihren stark ausgebildeten Geruchs- und Hörsinn seien Hunde empfindlicher als andere Tiere. Das mache sie jedoch auch zum Helfer des Menschen, etwa in der Polizeiarbeit und Medizin. Ihr Sehvermögen sei hingegen nicht das Beste. "Hunden fällt es schwer, Farben zu unterscheiden, vor allem Rot und Grün", weiß Birk. Ihre Augen reagieren eher auf Licht und Bewegung, wichtig bei der Jagd. "Biologisch gesehen ist ein Hund immer noch ein Raubtier", erklärt die Trainerin. Wenn auch manchmal ein recht verschmustes.