Keine Entscheidung über Festhalle

Saarbrücken denkt über einen Verkauf der Festhalle Schafbrücke nach. Ein Käufer steht bereit, aber die Vereine im Ort begehren eine taugliche Ersatz unterkunft. Sicher ist: In diesem Jahr bleibt alles beim Alten.

. Die Festhalle in Saarbrücken-Schafbrücke als Vereinstreff und Kulturort so gut wie verloren, vor dem Verkauf an den benachbarten Industriebetrieb? Weil man im Rathaus die 88 000 Euro Unterhaltskosten pro Jahr (Auskunft der Verwaltung vom Dezember 2013) sparen will? Die CDU im Saarbrücker Stadtrat wirft dem Saarbrücker Bürgermeister und Finanzdezernenten Ralf Latz (SPD) vor, die Festhalle loswerden zu wollen und damit etwa einem Dutzend Vereine, Verbände und Institutionen ihre "Heimat" zu nehmen und das Gemeinwesen Schafbrücke mit seinen 3600 Bürgern zu schädigen. In den Gesprächen mit der Arbeitsgemeinschaft der örtlichen Vereine sowie auch bei Einzeltreffen habe die Verwaltung "allerdings kein adäquates Alternativangebot" unterbreiten können, so der CDU-Stadtverordnete Rainer Ritz. "Logische Konsequenz ist daher, dass die Festhalle weiterhin erhalten bleiben muss, wenn man das Vereinsleben in Schafbrücke erhalten will", folgert er.

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellte Ralf Latz die Zusammenhänge und Ergebnisse anders dar. Wichtigste Feststellung: "Es ist gar nichts entschieden, und 2014 ändert sich erst einmal gar nichts." Will heißen: Die Vereine könnten die Halle weiterhin für ihre Zwecke nutzen. Wie Latz versicherte, werde es keine Entscheidung über einen Verkauf geben, ohne mit den Nutzern in eine weitere Gesprächsrunde einzutreten. Erst danach könne die Angelegenheit in die kommunalpolitischen Gremien zur Beratung und Entscheidung gehen. In den Gesprächen mit den Vereinen dreht es sich nach Latz darum, geeignete Alternativen zu suchen. So könne man etwa andere städtische Hallen zur Verfügung stellen. Im Ausbildungszentrum des Bauhandwerks gebe es Räume, die für manche Nutzung geeignet seien. Latz gesteht aber auch ein, dass die ins Auge gefassten Lösungen für manchen Nutzer "nicht akzeptabel" seien. Gleichwohl bezeichnete er die Unterhaltungen in zwei bisherigen Runden mit den Vereinen als "sehr vertrauensvoll".

Uwe Jung, Geschäftsführer des benachbarten Unternehmens, stellte auf Anfrage unserer Zeitung klar, dass die Stadt mit dem Verkaufsinteresse an die Firma getreten sei, nicht umgekehrt. Sein Unternehmen habe Interesse bekundet, weil eine Flächenvergrößerung nicht verkehrt sein könne. Falsch wäre zu behaupten, der Betrieb ziehe weg, wenn er sich nicht vergrößern könne.