Keine Angst, wenn's kreucht und fleucht

50 Gleichgesinnte haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und ein Jahresprogramm für die Scheune Neuhaus zusammengestellt. Das Ziel: Wieder Leben in Urwald und Scheune bringen.

Mit dem "Urwald vor den Toren der Stadt" machte Saarbrücken einst bundesweit Furore. Mitten in diesem Urwald liegt die Scheune Neuhaus. Was hatte man mit der nicht alles vor. Ein lebendiges Zentrum für Umweltpädagogik und Waldkultur sollte sie werden. Nur: "Es ist hier nur hin und wieder was passiert, immer wenn es Fördergelder gab. Wenn die aufhörten, war wieder Sense", sagt Volker Wieland. "Da muss man doch was tun!", dachte sich der Saarbrücker Bewegungscoach und fand schnell 50 Gleichgesinnte.

Die haben sich nun zum "Netzwerk Urwald" zusammengeschlossen, um mit Veranstaltungen und Bewirtung wieder Leben in die Scheune zu bringen. Warum? "Weil das einfach ein idealer Ort ist, um die Leute wieder in Kontakt mit der Natur zu bringen", meint die Saarbrücker Musikerin und Musiktherapeutin Marion Ritz-Valentin. Kinder hätten ja heutzutage oft richtig Angst, vor all dem, was im Wald kreucht, fleucht und sprießt, hat sie beobachtet. "Die trauen sich ja nicht mal mehr, Walderdbeeren zu essen". Volker Wieland, Marion Ritz-Valentin und der Jurist, Mediator und Erwachsenenbildner Gerfried Brauner sind die Sprecher des "Netzwerks Urwald", zu dem auch der Naturschutzbund (Nabu) gehört.

Unter dem Motto "Urwald bewegt!" hat das Netzwerk ein Jahresprogramm aufgestellt, um die Saarbrücker zu Aktivitäten in den Urwald zu locken. Geplant sind etwa Tagesseminare für Führungskräfte zum Zeit- und Bewegungsmanagement, Workshops zum Kräutersammeln, Weidenflechten, lange Wald-Lesenächte oder Erlebnisspaziergänge. Los geht es am Sonntag, 6. April, mit einem großen Frühlingsfest rund um die Scheune Neuhaus, Workshops, geführten Spaziergängen, Kinderprogramm und einem großen Picknick. "Jeder Besucher sollte Speisen mitbringen, die wir dann zu einem Buffet aufbauen", erklärt Ritz-Valentin.

Damit möglichst viele Menschen ohne Auto zur Scheune kommen, holt Volker Wieland die Besucher um 12.30 Uhr am Park&Ride-Platz der Saarbahnstation Heinrichshaus zu einer 3,5-Kilometer-Wanderung auf Urwaldpfaden ab. Das Netzwerk wird ab dem 6. April die Scheune auch bewirten. Kaltgetränke, Kaffee, Kuchen und heiße Suppe zu familienfreundlichen Preisen sollen die Wanderer und Spaziergänger hier künftig an zahlreichen Sonntagen erwarten.

Kontakt: Volker Wieland Tel. (06 81) 93 58 75 94, Marion Ritz-Valentin (06 81) 39 77 20 und Gerfried Braune Tel. (0 68 93) 98 60 47.

saar-urwald.de