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Kein Geld für Sanierung der Alten Brücke in Saarbrücken

Die umfassende Erneuerung der Alten Brücke in Saarbrücken wird verschoben. Foto: Becker & Bredel
Die umfassende Erneuerung der Alten Brücke in Saarbrücken wird verschoben. Foto: Becker & Bredel FOTO: Becker & Bredel
Saarbrücken. „Einige Millionen“, sagt die Stadtverwaltung, werden gebraucht, um die Alte Brücke instand zu setzen. Das Geld hat die Stadt nicht. Dabei müsste an Saarbrückens ältester Brücke dringend etwas getan werden. Martin Rolshausen

Lockere Platten und Steine, die für Fußgänger und Radfahrer gefährlich sind - ja, sagte Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, die Stadt werde da etwas tun. Aber nur das Nötigste, um die Sicherheit auf der Alten Brücke zu gewährleisten. "Wir werden hier nicht mehr viel Geld ausgeben, aber die Gefahrenstellen sofort beseitigen", kündigte sie an - und hielt Wort. Das war vor zwei Jahren.

Den zweiten Teil dessen, was Wandel-Hoefer 2013 versprochen hat, erklärte die Stadtverwaltung nun auf SZ-Anfrage für hinfällig. Der Grund dafür, "nur das Notwendigste zu flicken", sei nicht die leere Stadtkasse, hatte die Dezernentin 2013 erklärt, sondern eine ohnehin geplante, großzügige Instandsetzung der Brücke 2015. Dann wolle die Stadt die Alte Brücke nämlich "nach historischem Vorbild" sanieren - also den Urzustand unter denkmalpflegerischen Aspekten möglichst wiederherstellen, hieß es. "Die Alte Brücke ist ja mehrfach verändert worden", erklärte die Dezernentin. 2015 "wird dann alles von Grund auf erneuert", kündigte sie an. Und: "Deswegen wollen wir jetzt nicht mehr viel Geld in die Brücke investieren." Der Plan lautete: Die Pfeiler werden saniert, die Brücke zur Franz-Josef-Röder-Straße hin verlängert, der Notsteg entfernt, die alte Brüstung wieder aufgebaut und das blaue Geländer abgerissen. Das Pflaster wird neu gemacht.

Nun teilte Stadtsprecher Robert Mertes mit: Erst mal passiert nichts. "Die Planungen zur Sanierung der Alten Brücke sind ins Stocken geraten", sagt Mertes. Das hänge damit zusammen, dass die Europäische Union - auch 2013, aber nach Wandel-Hoefers Ankündigung - den "Stadtmitte am Fluss"-Großprojektantrag abgelehnt hat. "Mit der Ablehnung waren Teilprojekte wie die Sanierung der Alten Brücke finanziell nicht mehr gesichert", sagt Mertes. Inzwischen sei durch eine "Finanzierungsvereinbarung" zwischen Stadt und Land zwar "eine grundsätzliche Finanzierung des Projektes gesichert", das Baudezernat müsse "aber noch klären, welche Drittmittel für die Maßnahme möglich sind". Also: Stadt und Land können das Geld nicht alleine aufbringen. Ob die Europäische Union Geld gibt, ist nicht klar. Mertes verweist auf die "neue Förderperiode und noch nicht vorliegende Umsetzungsrichtlinien".

Auch was genau die Sanierung kostet, sei unklar. Mertes spricht von "mehreren Millionen". Das Problem sei, dass die Stadt nicht alleine für die Brücke zuständig ist. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (eine Bundesbehörde also) sei für den Teil der Brücke zuständig, der im Wasser ist. Und die Bundesstraßenverwaltung sei beteiligt, weil die Brücke ja über die Autobahn führt. Was die Sanierung eines maroden Brückenpfeilers angeht, müsse man auch noch ein Gutachten abwarten.

Mertes: "Sobald die Finanzierung der Maßnahme geklärt ist, werden wir die Planung abschließen." Im städtischen Haushalt seien ab 2017 "ausreichend Mittel für die Sanierung der Brücke eingeplant". Der neue Plan: "Im Rahmen der Arbeiten ist geplant, die Oberfläche der Alten Brücke zu erneuern, das Geländer umzugestalten, den sogenannten Kummersteg neu zu bauen und zu verbreitern sowie die Ertüchtigung der Brückenpfeiler und der Brückentragkonstruktion."