Kein Bus – und kein Schadenersatz

Saarbrücken · Dass er keine Hinweise auf den Ausfall seiner Busverbindung bekam, ärgert SZ-Leserreporter Werner Michely. Einen Anspruch auf Schadenersatz hat er laut Saarbahn GmbH aber nicht.

 Die Info-Tafel kündigte den Bus an, aber er kam nicht. SZ-Archivfoto: Saarbahn/Schmitt

Die Info-Tafel kündigte den Bus an, aber er kam nicht. SZ-Archivfoto: Saarbahn/Schmitt

Sein Bus kam nicht, obwohl er an der elektronischen Anzeige und im Plan verzeichnet war. Kein Hinweis warum. Werner Michely wartete am 21. August vergeblich auf die Linie 124. Die Forderung des 54-jährigen Saarbrückers auf Schadenersatz wegen nicht erfolgter Dienstleistung blieb aber erfolglos.

Verwiesen wurde auf eine Baumaßnahme, die man nicht zu vertreten habe - und darauf, dass die Änderung in den Medien angekündigt worden sei. Er findet das "nicht kundenfreundlich". Man hätte auch die Schaukästen oder die Anzeige nutzen können.

Sarah Schmitt, Sprecherin der Saarbahn GmbH , erklärt, dass die Regelung mit der Linie 124 eine kurzfristige Maßnahme gewesen und so nicht per Aushang bekanntgegeben worden sei. Man habe auf etwas reagieren müssen, was man nicht zu verantworten habe: In dieser Zeit war die A 620 in eine Richtung gesperrt. Auch die Busse standen deswegen im Stau. Sie berichtet von "erheblichen Verspätungen und sogar Ausfällen im Busbereich". Man habe so entschieden, Zusatz-Personal einzusetzen, die Fahrten der 124 auszudünnen. Das sei per Pressemitteilung, Facebook , Twitter und auf saarbahn.de mitgeteilt worden. Dass die Anzeiger diese Änderung eventuell nicht aktuell gezeigt hätten, könne daran liegen, dass dies manuell geändert werden müsse. Da aber während der Sperrung pro Tag "über 600 Funksprüche" wegen der Rückstaus und Umplanungen von Routen bearbeitet werden mussten, "blieb dafür vermutlich oftmals nicht genügend Zeit."

Über Umleitungen, Baustellen, Ausfälle und Co. werden Fahrgäste generell über Pressemitteilungen, Social Media und die Internetseite informiert, so Schmitt. Dazu kämen die Saar-VV-Hotline und das Kundenzentrum. Bei langfristigen Maßnahmen mache man Aushänge. Im vorliegenden Fall sei man nicht verpflichtet, Schadenersatz zu zahlen. Anspruch bestehe dann, wenn nachweislich ein Verschulden des Unternehmens vorliege.

Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder schicken Sie eine E-Mail an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie unser Onlineformular unter www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter .

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort