Kartoffelschälen für Praktikanten verboten

Saarbrücken · Die Bundespolizei im Saarland betreibt hohen Aufwand mit ihren Praktika für Schüler. Es geht ihr nicht nur um Nachwuchspflege, sondern auch um Imagewerbung. Fünf jungen Leuten aus Güdingen konnte derlei nur recht sein.

. Ob Silvana Uebber, Andreas Ballardt, Tobias Byk, Raffaele De Giorgio und Florian Wätzmann eines Tages tatsächlich bei der Bundespolizei arbeiten werden, ist noch nicht ausgemacht. Lust hätten die meisten von ihnen schon. Die Schüler der Gemeinschaftsschule Güdingen haben sich bei einem einwöchigen Praktikum bei den Gesetzeshütern ins Zeug gelegt und einen vorzüglichen Eindruck hinterlassen. "Die könnten wir alle brauchen", staunte Hauptkommissar Friedrich Denne über engagierte, pünktliche und wissbegierige Praktikanten. Gemeinsam mit Oberkommissar Eric Finkler, dem Ausbildungsleiter der Bundespolizei im Saarland, hatte Denne die 14- bis 16-Jährigen fünf Tage lang durch den Dienstalltag geführt. Die Jugendlichen durften unter anderem im Saarbrücker Bahnhof Fußstreifen begleiten, sie lernten am Flughafen Ensheim die Kontrolle von Mensch und Gepäck verstehen, sie sahen Diensthunden beim Stellen von Tätern zu und durften sogar - übungsweise - selbst Türen einrammen, um polizeiliche Zugriffe zu ermöglichen. Wiewohl nicht zu verschweigen war, dass der Alltag eines Bundespolizisten auch aus Schreibtisch- und Routinearbeit besteht, so mutete man den jungen Leuten dennoch keine Langeweiler wie Kartoffelschälen und Hoffegen zu.

Polizeidirektor Peter Fuchs, Inspektionsleiter der Bundespolizei-Inspektion Bexbach, erklärte den organisatorischen Aufwand gegenüber unserer Zeitung mit dem hohen Stellenwert, den solche Praktika genössen. Sie dienten dem Ansehen der Bundespolizei als Organisation, der man sich mit seiner Arbeitskraft, aber auch als Geschädigter oder Zeuge mit gutem Gefühl anvertrauen könne. In erster Linie gehe es aber darum, gute Nachwuchskräfte zu begeistern.

Anders als die saarländische Polizei, wo es für Einsteiger nur noch den gehobenen Dienst gibt, ermöglicht die Bundespolizei auch den Einstieg in den mittleren Vollzugsdienst. Hier genügt formal also der Realschulabschluss (oder Hauptschule plus abgeschlossene Berufsausbildung) für eine Bewerbung.

Bei der Bundespolizei im Saarland sind etwa 400 Vollzugsbeamte beschäftigt. Die Organisation pflegt über das Kultusministerium gute Kontakte zu Schulen. Neben Praktika werden auch Info-Nachmittage angeboten.

bundespolizei.de/karriere

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort