„Karren-Stiftung“ endet mit Verlust: jetzt aufgelöst

Die Hoffnung, die laufenden Kosten für zwei städtische Gebäude mit den Zinseinnahmen einer Stiftung und Kapitalgebern zu decken, haben sich zerschlagen. So blieb nur die Auflösung, sagt ein Stiftungsvorstand. Die Gebäude gehen an die Stadt zurück.

Das Bürgerhaus Rockershausen und die Schule in Eschringen gehen wieder in das Eigentum der Stadt zurück. Denn die "Stiftung zur Pflege und Förderung örtlichen Gemeinschaftslebens und Zusammenhalts der Bürgerinnen und Bürger" wird aufgelöst. Das hat der Saarbrücker Stadtrat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen.

Die damalige CDU/FDP-Koalition hatte die Stiftung 2007 ins Leben gerufen. Der frühere SPD-Fraktionschef, heutige Finanzdezernent und Bürgermeister Ralf Latz hatte damals gefordert, die Stiftung nach dem damaligen CDU-Fraktionschef Martin Karren zu benennen, der sich für die Stiftung stark gemacht hatte. Die Stadt muss nun mit einem Verlust von rund 50 000 Euro leben, die Gebäude gehen zurück an den Gebäudemanagement-Betrieb der Stadt Saarbrücken (GMS), teilte deren kaufmännischer Leiter Alexander Treib vor der Stadtratssitzung mit.

Wenige Zustifter

Er saß nach eigenen Angaben im Vorstand der Stiftung. Diese sei mit einer Million Euro Kapital ausgestattet worden. Die Gründer hätten damals auf eine Verzinsung von fünf bis sieben Prozent gehofft, nun liege der Zinssatz aber bei 0,25 Prozent. Das habe die Kosten für die Gebäude nicht gedeckt. Auch weniger Zustifter als erhofft hätten die Stiftung unterstützt. Unter dem Strich habe die Stiftung also Kapital verzehrt, es sei nur die Auflösung übriggeblieben, sagte Treib. Die Landesregierung habe das genehmigt. Nun werde das restliche Kapital von rund 950 000 Euro an die Stadt zurückerstattet und die laufenden Kosten davon bestritten.

Allerdings dürfe die Verwaltung die Gebäude nicht einfach verkaufen, weil dies dem ursprünglichen Stiftungszweck widerspreche.

Die Vereine können die Gebäude weiter nutzen, Hauptmieter seien die Arbeitsgemeinschaft Eschringer Vereine und der Verkehrs- und Verschönerungsverein Altenkessel gewesen. "Die Miete war aber nicht kostendeckend", sagte Treib. Für Finanzdezernent Ralf Latz ist klar: "Die ganze Arbeit hat sich nicht gelohnt."