Karap kommt in Fahrt

Handball-Oberligist HF Merzig-Brotdorf tritt an diesem Samstag beim TV Moselweiß an. Gegen den Abstiegskandidaten wird im rechten Rückraum auch Gabor Karap wieder versuchen, das Angriffsspiel der Wölfe anzukurbeln. Zuletzt gelang dem Ungarn das immer besser.

Seit September trägt Gabor Karap das Trikot der Handballfreunde Merzig-Brotdorf. Nach Startschwierigkeiten ließ es der Neuzugang vom ungarischen Erstligisten Váci KSE im rechten Rückraum des Oberliga-Zehnten zuletzt richtig krachen. Im Auswärtsspiel am Samstag ab 19.30 Uhr beim Tabellen-14. TV Moselweiß will der 20 Jahre alte Linkshänder nun an seine jüngsten Angriffsleistungen anknüpfen und vielleicht sogar noch eine Schippe drauflegen.

Treffsicheres "Wurfmonster"

"Es macht echt Spaß, hier zu spielen. Ich traue mir jetzt mehr zu als vorher. Es läuft super", erzählt der zweitjüngste Spieler im Team, der in den Heimspielen gegen Saulheim beim 32:27 und gegen Budenheim beim 33:33 jeweils fünf Tore erzielte. Alleine durch seine körperlich Präsenz lässt Karap beim Gegner die Alarmglocken schrillen. Allerdings ist der Zwei-Meter-Riese ein anderer Spielertyp als etwa Dorian Vallet, der jüngste HF-Akteur. Während der 20-jährige Franzose im linken Rückraum als Torjäger und als Zuspieler Akzente setzt, wählt Karap lieber den direkten Weg. "Ein Wurfmonster", sagt Spielmacher Thomas Kochann über den Ungarn.

Auf das Lob des HF-Rückkehrers darf Karap durchaus etwas geben, immerhin war Kochann für Merzig in der Saison 2010/2011 mit 259 Toren bester Werfer der Oberliga. Die sportlichen Probleme nach seinem Wechsel ins Saarland kann sich der junge Magyare ganz einfach erklären: "Ich bin in ein anderes Land gezogen. Sprache, Mitspieler und Umfeld waren neu. Ich habe mich erst eingewöhnen müssen. Diese Umstellung war nicht so leicht", beschreibt Karap die Eindrücke, die auf ihn einprasselten. "Der Junge kann was. Wenn er sich sportlich entwickeln will, muss er hart an sich arbeiten und auf die Zähne beißen", sagt Marcus Simowski, der Karaps Potenzial noch nicht ausgereizt sieht. Mit ihm, Vallet, Kochann und Tamas Nemeth kann der HF-Trainer gegen Moselweiß im Rückraum aus den Vollen schöpfen.

Probleme gibt es da eher am Kreis, wo Dennis Koppenburg gesperrt pausieren muss und Julius Rost nach seinem Fingerbruch noch länger ausfällt. Als Nummer zwei hinter Stammkreisläufer Peter Laux könnte sich Simowski seinen Defensiv-Hünen Mathias Bochem vorstellen. "Dann bleibt der Abwehrchef im Angriff eben drin, und wir sparen uns den Wechsel", meint der Teamchef. Vom hohen 29:19-Hinspiel-Sieg will sich Simowski nicht blenden lassen. "Die Gegner kämpfen wie wir gegen den Abstieg und zu Hause wie die Löwen. Da müssen wir voll dagegenhalten", fordert er. Gabor Karap ist insgesamt optimistisch: "Wenn wir uns so reinhauen wie zuletzt, können wir diese wichtigen Punkte einfahren."