Kalibo macht mit Taschentricks die Mädels närrisch

Russisches Roulette, Kartentricks, Selbstbefreiung: In der „Baker Street“ gibt der Zauberkünstler Kalibo eine Kostprobe seines Könnens. In ungezwungener Atmosphäre kann er dort neue Tricks ausprobieren.

Montagabend in der "Baker Street", dem Criminal Tea Room & Pub in der Mainzer Straße 8: Mit donnernder Stimme begrüßt Kai Oliver Borchers alias Zauberkünstler Kalibo die zahlreichen Gäste und knallt dabei den Zauberstab mit solcher Wucht auf das Tischchen vor ihm, dass man unwillkürlich zusammenzuckt. Bei seiner "Salonmagie" allerdings überwiegen die leisen Töne, denn was Kalibo hier im stilechten Ambiente eines Tea Rooms vorführt, lässt die goldene Ära der Zauberkunst wieder aufleben - mit einer Mischung aus Tricks mit Seil, Karten und Hütchen und gekonnter Unterhaltung.

Aus den begeisterten Zuschauern, die ihm im engen Tea-Room nah auf die Pelle rücken, holt sich Kalibo seine erste Mitspielerin. Anja zeigt allen unter tosendem Applaus, dass die abgerissene Ecke perfekt an die Kreuz-4-Karte passt. Dass der Schnipsel dann auf einmal wie von Zauberhand in die Pfefferminzdose wandert und am Ende gar unter dem Tischbein liegt, kann wirklich nur am "Simsalabim" liegen. Zwei Monate habe er an diesem Trick, der auf Ideen alter Meister basiert, gearbeitet, verrät Kalibo. Heute hat er ihn zum ersten Mal vor Publikum gezeigt. Denn die Baker Street ist für den sympathischen Zauberkünstler auch ein Ort, an dem er in ungezwungener Atmosphäre testen kann, ob seine neuen Tricks ankommen. Drei Premieren hat er heute im Gepäck: Neben dem erwähnten Kartentrick spielt er russisches Roulette mit einem rohen Ei und befreit sich noch innerhalb weniger Minuten aus einer eigens für ihn nach Originalplänen geschneiderten Zwangsjacke (die ein französischer Arzt im 18. Jahrhundert erfand). Im Gegensatz zu einer normalen Bühnenshow, bei der Kalibo einen gewissen Abstand zu den Zuschauern hat, sind die Menschen ihm in der "Baker Street" hautnah.

"Im Prinzip könnten sie den Trick erkennen und sehen, wie ich manipuliere und würden bemerken, wie schwer das ist," meint Kalibo, "aber sie werden nie das Ganze erfassen, dazu ist alles zu komplex aufgebaut," und schon verzieht er sich an die Theke. Dort macht er mit seinen Kartentricks die Mädels närrisch - selten kreischten junge Damen so wild und laut, wenn sie betrogen wurden. Nach mehr als zwei Stunden ist das Spektakel vorbei, sehr zum Leidweisen der Gäste, die gar nicht genug bekommen können vom Staunen und Lachen. Dann geht der Hut rum, denn freier Eintritt ist Teil des Konzepts der Salonmagie. "Das ist die ehrlichste Form von Theater," erklärt Kalibo, "zuerst schaut man es sich an, dann bezahlt man, was es einem wert ist."

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Auf einen BlickKalibo tritt mit "Salonmagie und Trickbetrug" einmal im Monat im "Baker Street", Mainzer Straße 8, auf. Nächster Termin: Montag, 13. Mai. Die weiteren Termine werden im Internet bekannt gegeben. kjskalibo.debakerstreetsb.de