Kältebus wärmt Magen und Herzen

Seit vierzehn Tagen steht der Kältebus für Saarbrücker Obdachlose nachts am Betriebshof der Saarbrücker Stadtwerke. Bleiben soll er bis Ende März oder noch länger, wenn es kalt bleibt. Ehrenamtliche engagieren sich dort als Helfer.

Nachts um 21.30 Uhr auf dem Betriebshof hantieren gerade zwei Männer mit Hammer und Holzplanken. "Wir bauen einen Lagerplatz, um die Sachspenden unterzubringen", sagt Phil Sahner und geht wieder zum Bus, um weiteres Werkzeug zu holen. Seit ungefähr zehn Tagen steht der Kältebus für Saarbrücken hier und bietet Obdachlosen jede Nacht von 21 bis 6 Uhr Heizung, warme Getränke und einfach Gespräche.
Spontane Unterstützung

Tagsüber gibt es für die Menschen, die auf den Saarbrücker Straßen leben, mehrere Möglichkeiten, sich zu wärmen - etwa bei der Wärmestube oder bei der Arbeiterwohlfahrt . Nachts ab 22 Uhr fehlt das aber.

Diese Lücke wollte Phil Sahner füllen. "Am 1. Dezember hatte ich die Idee, einen Kältebus für Saarbrücken zu organisieren. Ich habe einen Aufruf auf Facebook gestartet, und am gleichen Abend kamen schon viele Leute zusammen, die das Projekt auf die Beine stellen wollten", sagt Sahner. Am 3. Dezember wurde der Verein "Kältebus Saarbrücken Hilfe für obdachlose Menschen im Winter" ins Leben gerufen. Sachspenden wurden auch zügig organisiert. "Es ist unglaublich, wie viele Menschen unsere Aktion unterstützen", ist Susanne Repplinger vom Vereinsvorstand von der Resonanz überwältigt.

Die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS) stellt den Stellplatz und den Strom zur Verfügung, die Firma Harz den Bus. Ohne dies wäre das ganze Projekt gescheitert. Doch neben mehreren Firmen sind es auch hunderte anonyme Menschen aus dem ganzen Saarland, die Lebensmittel, Geld und Zeit schenken.

Unter den rund zehn Menschen, die sich jeden Abend auf den Weg zum Kältebus machen, sind bereits "Stammgäste", aber es tauchen auch jeden Abend neue Gesichter auf. "Die ersten Abende sind wir mit dem Bus rumgefahren, haben Schnittchen verteilt und über den Bus informiert", erzählt Sahner. Den Rest hat die Mundpropaganda gemacht.

Während manche Besucher die ganze Nacht bleiben, sich in Decken einwühlen und im Sitzen schlafen, gibt es bei den Helfern alle drei Stunden Personalwechsel. Diejenigen, die Kaffee ausschenken, selbst gebackenen Kuchen verteilen und mit den Obdachlosen immer wieder ein Schwätzchen über Gott und die Welt halten, kommen aus dem ganzen Saarland - so wie Susanne Repplinger aus Merzig.

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Auf einen BlickFür den Kältebus gebraucht werden noch Konserven, Kaffeepulver, Isomatten, Schlafsäcke und Gastro-Thermoskannen.Wer Schichten im Kältebus übernehmen möchte, meldet sich auf der Facebookseite "Kältebus für Saarbrücken " oder per E-Mail an: phil.sahner@t-online.de hem