Junge Union Saar reist ins Krisengebiet

Sie wollen die Not von Flüchtlingen im Nordirak lindern helfen: Mitglieder der Jungen Union Saar wollen gemeinsam mit Jesiden aus dem Saarland in Flüchtlingslagern Hilfsgüter wie Winterkleidung und Decken verteilen.

Am 10. Januar macht sich eine kleine Gruppe aus dem Saarland auf den Weg nach Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan im Irak. Dass dies keine Vergnügungsreise wird, ist allen Teilnehmern klar, denn nur 88 Kilometer weiter liegt die Stadt Mossul, die sich noch immer in den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befindet. Doch das hält die Mitglieder der Jungen Union (JU) Saar und die saarländischen Jesiden nicht davon ab, die dringend benötigten Hilfsgüter an die Flüchtlinge im Nordirak zu verteilen. Markus Uhl, Landesvorsitzender der JU Saar und Philip Vollmar, Landesgeschäftsführer, reisen gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern des Vereins "Rote Sonne der Ezidischen Karitative", Adoula Dado, Saman Saeed und Adib Hamo, in die Flüchtlingslager im Nordirak . Zusammen hatten sie in den vergangenen Wochen Spendenaktionen organisiert, um das Leid der vertriebenen Kurden ein wenig zu lindern. Bisher sind 12 260 Euro Spenden zusammengekommen, mit denen in Erbil dringend benötigte Winterkleidung und Decken für die Flüchtlinge gekauft werden sollen, um diese in den Lagern nahe Duhok zu verteilen.

"Natürlich ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber die JU Saar möchte mit dieser Aktion ihre Solidarität ausdrücken und ein Zeichen gegen religiösen Fanatismus setzen", so Markus Uhl. Die Idee für die unkonventionelle Hilfsaktion kam der JU Saar in einem Gespräch über die politische Lage im Nordirak und Syrien mit der saarländischen CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön. Der Wunsch nach konkreter Hilfe, die auch tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt, führte dann zur Zusammenarbeit mit dem jesidischen Verein "Rote Sonne". Der Verein hatte bereits im Oktober einen Hilfstransport organisiert und verfügt über sichere Kontakte im Irak und zu den kurdischen Behörden.

"Ein weiterer Grund für unsere Beteiligung am Hilfstransport ist auch, dass er breit gefächert ist. Wir erreichen damit nicht nur jesidische Flüchtlinge , sondern helfen auch Christen und Muslimen, die vor dem IS flüchten mussten", erklärt Uhl. Vier Tage begleiten die JU Saar-Mitglieder den Hilfskonvoi, wobei sie die Reisekosten aus eigener Tasche zahlen. Über die Sicherheitslage werde immer wieder tagesaktuell entschieden, außerdem will die Gruppe kein unnötiges Risiko eingehen. So wird etwa die Stadt Mossul großräumig umfahren. Das Auswärtige Amt ist über die Reise informiert, rät allerdings davon ab. "Wir haben weder ein Testament noch eine Lebensversicherung abgeschlossen, Erbil gilt auch als relativ sicher, aber natürlich passen wir sehr auf. Das ist schließlich keine Urlaubsreise", sagt Uhl. Zum besseren Schutz verfügt der Transport zudem über zwei private Sicherheitsleute, die den Konvoi begleiten. Auch Adoula Dado will kein unnötiges Risiko eingehen. Wo es zu gefährlich werde, hoffe sie auf internationale Hilfe. "Natürlich macht man sich Sorgen und hat Angst, aber ich bin selber Kurdin und sehe was mit meinem Volk passiert. Ich muss das machen, denn ich kann mein Volk nicht leiden sehen, da sehe ich mich in der Pflicht", erklärt die Mutter von zwei Kindern.