Junge Leute für die Stadt gewinnen

Saarbrücken müsse die „20- bis 30-Jährigen halten und gewinnen“. Daran entscheide sich die Zukunft der Stadt. Das erklärte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz am Freitagabend beim Saarbrücker Neujahrsempfang.

Volles Haus zum Start ins neue Jahr: Rund 1800 Gäste waren zum Saarbrücker Neujahrs- und Presseempfang ins E-Werk auf den Burbacher Saarterrassen gekommen. Dort erklärte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, was ihrer Meinung nach über Saarbrückens Zukunft entscheidet.

Eine Schlüsselrolle - "im Wettbewerb der Regionen" - spielt laut Britz die Generation der heute 20- bis 30-Jährigen: "Aus ihr kommen die Fachkräfte von morgen, die die Wirtschaft stärken. Die 20- bis 30-Jährigen sind es, die Familien gründen und unsere Zukunft sichern." Folglich müsse sich Saarbrücken darum bemühen, diese Generation "zu halten und zu gewinnen".

Und das gelinge nur, wenn Saarbrücken "gute Ausbildungs- und Berufschancen in einem attraktiven Umfeld" biete. Aber die Stadt sei auch hier auf dem richtigen Weg. Bereits seit 2002 steige der Anteil der 20- bis 30-Jährigen an der Bevölkerung. Zurzeit leben laut Britz 29 856 Männer und Frauen dieser Altersgruppe in der Landeshauptstadt. Parallel dazu sei in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um rund 6000 auf 107 000 gewachsen und die Zahl der angemeldeten Betriebe um etwa 2000 auf 17 000. Als weitere "wesentliche Aufgabe" bezeichnete Britz den "Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur".

Dabei jedoch brauche die Stadt dringend Hilfe vom Land. Britz forderte, dass Saarbrücken in einem Landesentwicklungskonzept "als Oberzentrum eine besondere Rolle" bekommen müsse. Das solle nicht zu Lasten der kleineren Gemeinden im Saarland gehen. Aber Saarbrücken als Landeshauptstadt müsse fit gemacht werden für die Konkurrenz "mit anderen Regionen, etwa dem Rhein-Main-Gebiet".

Wenn die Landesregierung Saarbrücken fördern würde - meint Britz - hätte das ganze Land etwas davon. Den schlagenden Beweis dafür liefere die hohe Einpendlerquote. 66 Prozent der Menschen, die in Saarbrücken einen sozialversicherungspflichtigen Job haben, kommen aus dem Umland. Britz: "Andere Städte profitieren also von einer starken Landeshauptstadt, da ihre Einwohner hier unter anderem Arbeit finden."

Das Motto des Neujahrsempfanges lautete "Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Eingeladen waren daher viele Vereine, Organisationen und Unternehmen, die sich in diesem Bereich besonders engagieren - und sich im E-Werk einer breiten Öffentlichkeit präsentieren konnten.

Laut Stadt-Pressestelle kostete der Empfang insgesamt rund 40 000 Euro.

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