Junge Ideen für die Architektur

Mit dem Projekt „Baukultur – Architektur trifft Schule“ will die saarländische Architektenkammer das Thema verstärkt in den Unterricht einbringen. Eine Ausstellung der eingereichten Schülerwerke ist jetzt bis Ende November im Kultusministerium zu sehen.

Ob schützende Mauern, verschnörkelte Giebel oder ausladende Balustraden, Architektur umgibt uns ständig, ist allgegenwärtig und entwirft den Raum in dem wir leben. Kaum etwas prägt das Gesicht unserer Stadt, unserer Umgebung und unseres Zuhauses so nachhaltig. Doch oft bemerken wir die Gebäude, in denen wir täglich aus- und eingehen, gar nicht mehr. Das Projekt "Baukultur - Architektur trifft Schule" soll das nun ändern, indem Schüler schon früh mit Architektur in Berührung kommen und ihre gebaute Umwelt so bewusster wahrnehmen. "Architektur in der Schule hilft Kindern und Jugendlichen die Welt mit offenen Augen zu sehen und zu verstehen, denn sie beeinflusst auch, wie wir unser Lebensumfeld wahrnehmen und ob wir positive oder negative Emotionen mit einem Ort verknüpfen", erklärt Professor Heiko Lukas, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes (AKS). Schließlich seien die Schüler von heute die Bauherren der Zukunft, die später bewusst ihre Umwelt gestalten können, so Lukas.

Das Projekt, entstanden in Kooperation mit der Architektenkammer des Saarlandes (AKS), dem Ministerium für Bildung und Kultur, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie der Wüstenrot Stiftung, geht nun schon in die zweite Runde. Dieses Jahr wurden insgesamt 14 Projekte an zwölf weiterführenden Schulen umgesetzt und können nun in einer Ausstellung im Ministerium für Bildung und Kultur in Saarbrücken noch bis zum 24. November besichtigt werden.

Erstmals konnte so Architektur und Baukultur im Saarland lehrplanbegleitend im Regelunterricht eingebracht werden. Dabei haben Architekten, Stadtplaner und Lehrer zusammengearbeitet, um die Schüler für ihre bauliche Umwelt zu begeistern. "Bei der Erstellung der Bausteine für den Unterricht haben wir überlegt wie die Lehrer das Thema Architektur nahtlos in ihren Unterricht einbringen können, nun baut es auf zwölf verschiedenen Fächern auf", sagte Kristina Hasenpflug von der Wüstenrot Stiftung.

Vom Umgestalten des eigenen Schulhofs über die Restaurierung von denkmalgeschützten Bauwerken bis hin zum Entwurf des eigenen Traumhauses gewährten die anspruchsvollen Projekte einen spannenden Einblick in Architektur und Baukunst. Auch die Schüler und Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle waren schnell begeistert von ihrem Projekt. Sie entwickelten ein Farbkonzept, um sich in der Schule besser zurechtzufinden, sodass der Weg zum Klassenzimmer nicht mehr in einer wahllosen Suche endet. "Man verbringt einen großen Teil seiner Zeit in der Schule, da ist es schön auch mal etwas zum schulischen Umfeld beitragen zu können", sagte Ann-Kathrin Klinge, Schülerin der 10. Klasse der Gemeinschaftschule. Und tatsächlich, der Blick hinter die Fassade zeigt, dass die Schüler mit großem Engagement bei der Sache waren. Ihre Projekte zeichnen sich durch Kreativität und Gemeinschaftssinn aus. Aber es ging keineswegs nur darum Entwürfe aufs Papier zu bringen und Luftschlösser zu bauen, tatsächlich haben die Schüler auch vor Ort Gebäude begutachtet und Modelle erstellt, die jetzt nur noch umgesetzt werden müssen.