Junge Flüchtlinge wieder auf der Flucht

Sie wollten von Calais nach England und versteckten sich auf einem Lkw. Doch der fuhr Richtung Deutschland. Bei Göttelborn wurden die jungen irakischen Flüchtlinge entdeckt. Seit gestern sind sie wieder auf der Flucht.

Die beiden jungen Flüchtlinge, die am Montag in Göttelborn von der Polizei aus einem Lastwagen-Anhänger befreit wurden (die SZ berichtete), sind wieder auf der Flucht.

Ein Autofahrer hatte in einem Stau auf der A 8 bei Merchweiler die Klopfzeichen der beiden jungen Männer aus dem Irak bemerkt und die Polizei informiert. Diese hatte den mit Tierfutter beladenen slowakischen Sattelschlepper auf einen Parkplatz in Göttelborn gelotst, die beiden Flüchtlinge entdeckt und zur Polizeidienststelle nach Sulzbach gebracht. "Wir hatten aber gar keine Handhabe, die beiden länger festzuhalten", sagte gestern der Sprecher des Landespolizeipräsidiums Stephan Laßotta. "Wir haben die beiden Jungs erkennungsdienstlich behandelt und dann in Sulzbach gehenlassen", sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Die Polizei nahm also Fingerabdrücke und machte Fotos, doch das seien die einzigen Maßnahmen gewesen. "Die Jungs sind nun rechtlich verpflichtet, die nächste Ausländebehörde aufzusuchen. Aber ob sie das machen werden, können wir nicht kontrollieren", beschreibt Laßotta das Prozedere. Er weiß, dass die Jungen vermutlich eher wieder auf dem Weg nach England sind. Sie hätten in der französischen Küstenstadt Calais vermutlich aus Versehen einen Lkw Richtung Deutschland genommen, hätten aber englische Kontaktadressen dabeigehabt. Insofern gehe man bei der Saar-Polizei davon aus, dass sie sich wieder einen Weg suchen werden, dieses Ziel zu erreichen. In Calais und an der Kanalküste hoffen tausende Flüchtlinge seit Jahren, einen Weg nach England zu finden.

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