Jost verzichtet bewusst auf konkrete Nachhaltigkeitsziele

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) hat gestern eine „Nachhaltigkeits-Strategie“ für das Saarland vorgestellt. Das Papier soll die aktuelle Situation beschreiben, aber auch Ideen zum Handeln bieten. Heute will Jost dazu eine Regierungserklärung abgeben.

"Gemeinsam Verantwortung tragen für heute und morgen" ist der Titel der Nachhaltigkeits-Strategie für das Saarland, die Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) gestern vor Journalisten in Saarbrücken vorgestellt hat. 100 000 Euro standen für Strategie-Papier zur Verfügung, diese seien, sagte Jost, noch nicht aufgebraucht. "Das Papier ist Bestands-Analyse und Auftrag zugleich", erläuterte er in der Staatskanzlei. Ausgehend von 17 Zielen in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, sieht die Strategie sechs Handlungsfelder für das Saarland vor.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass Ressourcen gerecht verteilt werden und nicht mehr verbraucht wird, als wiederhergestellt werden kann. Bei den einzelnen Handlungsfeldern geht es um Bildung, Wissen und Innovation genauso wie um finanzielle Nachhaltigkeit und Demografie sowie nachhaltige Siedlungsentwicklung. Weitere Themen sind Klima- und Ressourcenschutz, das Saarland als Wirtschafts- und Industriestandort sowie Mobilität.

Jost betonte, dass er sich zum Saarland als Industriestandort bekenne: "Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht gegenseitig aus." In der Industrie liege Entwicklungspotenzial, auch die Schaffung und der Erhalt von Jobs spiele hier eine große Rolle.

Neben der Stärkung des Industriestandorts sieht er die Entwicklung des ländlichen Raums als wichtiges Ziel. So soll zum Beispiel eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erfolgen. Neben der Beschreibung der Situation zählt die Nachhaltigkeitsstrategie Projekte zum Thema auf, ergänzt um Nachhaltigkeitsanzeiger - etwa die Zahl der Bus- und Bahn-Nutzer. Auf die Nennung konkreter Ziele habe man, erklärte Jost, jedoch bewusst verzichtet.