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Jost plant Kampagne für Elementarschadenversicherungen

Durch heftige Regengüsse wurden im Juni unter anderem in Sulzbach etliche Keller überflutet. Eine Elementarschadenversicherung würde für Schäden dieser Art aufkommen. Foto: Becker&Bredel
Durch heftige Regengüsse wurden im Juni unter anderem in Sulzbach etliche Keller überflutet. Eine Elementarschadenversicherung würde für Schäden dieser Art aufkommen. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Mit einer Informationskampagne will das Umweltministerium dafür sorgen, dass mehr Hausbesitzer eine Elementarschadenversicherung abschließen. Rheinland-Pfalz geht einen Schritt weiter: Die dortige Regierung will eine bundesweite Pflicht. Daniel Kirch

Fast nirgendwo in Deutschland sind so wenige Wohnungen gegen Schäden durch Naturgefahren wie Hochwasser, Sturm oder Erdrutsch - sogenannte Elementarschäden - versichert wie im Saarland (siehe Grafik). Deshalb will das Umweltministerium den Hausbesitzern nun mit einer landesweiten Informationskampagne auf die Sprünge helfen. Kommunen und Versicherungswirtschaft sollen eingebunden werden, wie Minister Reinhold Jost (SPD ) ankündigte. Anfang 2017 wollen die Partner dann eine Bilanz ziehen, ob sich diese Kampagne signifikant auf die Zahl der Elementarschadenversicherungen im Saarland ausgewirkt hat.



Was die Alternative sein könnte, wenn diese Kampagne nicht den gewünschten Effekt hat, zeigt das Nachbarland Rheinland-Pfalz. Die dortige Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) kündigte auf SZ-Anfrage an, das Land werde sich auf Bundesebene für die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden einsetzen. Solange keine Pflichtversicherung bestehe, werde Rheinland-Pfalz seine Informationskampagne zum Thema Elementarschäden fortsetzen.

Im Saarland hat sich die Verbraucherzentrale für eine Pflichtversicherung ausgesprochen. Jost sagte, er favorisiere "immer den Weg der Freiwilligkeit vor staatlichem (Versicherungs-) Zwang". Umgekehrt müsse jedoch allen Saarländern klar sein, "dass mit staatlicher Kompensation etwaiger Schäden in Zukunft nicht zu rechnen ist". Nichtsdestotrotz will Jost Höfkens Vorstoß für eine bundesweit verpflichtende Elementarschadenversicherung "aufmerksam verfolgen". Unabhängig von einer möglichen Pflichtversicherung ist für Jost klar: "Starkregen- oder Sturm- und Gewitterschäden können jeden treffen." Mit fortschreitendem Klimawandel steige auch die Wahrscheinlichkeit von Unwetterereignissen. "Ich empfehle daher grundsätzlich allen Hausbesitzern im Saarland, Vorsorge zu treffen. Wie die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit etwa in Dirmingen gezeigt haben, leben wir im Saarland nicht auf einer Insel der Glückseligen."

Nach §5 des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushaltes sei jede Person, die von Hochwasser betroffen sein könne, verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Diese Maßnahmen könnten baulicher Natur sein; materieller Schadenersatz sei im Ernstfall aber nur durch eine Elementarschadenversicherung gewährleistet.