Jodtabletten nur für unter 45-Jährige

Die Jodtabletten zur Einnahme im Fall einer Atom-Katastrophe in Cattenom sind nur für Menschen unter 45 Jahre geeignet. Das bestätigte die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Dagmar Ensch-Engel . Sie beruft sich auf wissenschaftliche Empfehlungen der Strahlenschutzkommission.

Bei AKW-Unfällen wird radioaktives Jod freigesetzt. Werden vor dem Eintreffen der radioaktiven Wolke Tabletten mit nicht radioaktivem Jod eingenommen, dann kann sich das radioaktive Jod nicht mehr im Körper, vor allem in der Schilddrüse, sammeln.

Personen über 45 Jahre werde von einer Einnahme von Jodtabletten abgeraten, da bei ihnen das Gesundheitsrisiko für schwerwiegende Schilddrüsenerkrankungen infolge der Tabletteneinnahme höher sei als das Strahlenrisiko durch Einatmen von radioaktivem Jod , teilte die Landesregierung mit. Gleichzeitig nehme mit steigendem Lebensalter das Risiko einer bösartigen Schilddrüsengeschwulst, die durch Strahlung verursacht wird, stark ab. Kommt es zu einem radioaktiven Unfall in Cattenom, werden in einem 25-Kilometer-Radius um das Kernkraftwerk alle Personen bis 45 Jahre mit Jodtabletten versorgt. In dieser Außenzone liegen die Gemeinde Perl sowie Teile von Mettlach, Merzig und Rehlingen-Siersburg. Die Tabletten werden dezentral bevorratet und sollen im Ernstfall - nach einem Aufruf über Medien oder Lautsprecherdurchsagen - unter anderem in Schulen oder Dorfgemeinschaftshäusern ausgegeben werden.