Jan Demjan: Stipendiat mit Potenzial

Saarbrücken. Jan Demjan ist Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) der Hochschule für Musik Saar (HfM) des Jahres 2008. Nicht aus der Programminfo, sondern von Kommilitonen war zu erfahren, dass der Bassbariton aus Tschechien stammt und 22 Lenze jung ist

Saarbrücken. Jan Demjan ist Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) der Hochschule für Musik Saar (HfM) des Jahres 2008. Nicht aus der Programminfo, sondern von Kommilitonen war zu erfahren, dass der Bassbariton aus Tschechien stammt und 22 Lenze jung ist. Die Soiree des Stipendiaten (Klasse Aaron Windmüller) im mäßig besuchten HfM-Konzertsaal offenbarte solide stimmliche Ressourcen. Intensive Arbeit in Sachen Gesangstechnik und Aussprache ist dennoch vonnöten, um zu einem ausgeglicheneren Klangbild quer durch die Lagen, um zu mehr Öffnung und Lockerheit und somit Klangschönheit und Farbe zu gelangen. So sang Demjan, von Grigor Asmaryan aufmerksam am Klavier begleitet, bei dem breit gefächerten Programm häufig an seinem Limit. Weniger wäre mehr gewesen, verriet er doch deutliche Affinitäten. Zum unterhaltenden Fach etwa: Mehr noch als bei einer Kostprobe aus dem hier Titel gebenden Musical "How to succeed in Business without really trying" zeigte er bei der beschwingten Arie "Fünftausend Taler" aus Lortzings "Wildschütz" erfreuliche Ansätze. Wohler als im Barock - mit kniffligen Noten von Purcell (u.a. der illustre "Cold Genius"), von Bach und von Frescobaldi - oder bei Schubert ("Meeresstille") schien er sich in der zweiten Konzerthälfte bei Mozart und Rossini zu fühlen: Figaros Eröffnungsarie "Non più andrai" klang bereits recht frisch; noch mehr Temperament entwickelte Demjan bei "A un dottor" aus dem "Barbiere". Kräftiger Applaus. uhr