Ironisch wie James Bond und cool wie Tarantino

Das Kino Achteinhalb und die Synagogengemeinde Saar veranstalten vom 26. bis 30. Oktober zum sechsten Mal die „Jüdischen Filmtage Saarbrücken“. Fünf neue Filme, begleitet von Gästen aus Israel und Berlin, geben Einblicke in jüdische Lebenswelten.

Das Programm der "Jüdischen Filmtage Saarbrücken " umfasst Dokumentarfilme verschiedener Längen und drei Spielfilme. Die Filme wurden in Deutschland, Israel und Frankreich produziert und beschäftigen sich mit jüdischem Familienleben und mit jüdischer Identität. Zur Eröffnung der Filmtage am Sonntag, 26. Oktober, bietet die Komödie "Kidon" einen ironischen Blick auf die Handlungsweise der Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad . Kidon (deutsch: Speerspitze) ist eine Spezialeinheit innerhalb des Mossad , die unter höchster Geheimhaltungsstufe Attentate begeht. Ausgangspunkt der Geschichte ist das Attentat in Dubai in Februar 2010 auf das Hamas-Mitglied Mahmoud al-Mabhough. "Mit der Ironie eines James Bond und der Coolness der Tarantino-Filme entwickelt der Regisseur und Drehbuchautor Emmanuel Naccache sein Verwirrspiel um die Machenschaften russischer, israelischer, iranischer sowie französischer Diplomaten und Spione", kündigt Waldemar Spallek vom Kino Achteinhalb an. Emmanuel Naccache stellt seinen Film im Kino Achteinhalb persönlich vor.

Zwei Spielfilme beschäftigen sich mit den verschiedenen Aspekten des Familienlebens im modernen Israel : "Get - ein Prozess der Viviane Amsalem" mit der Scheidung und "A strange course of events" mit Patchworkfamilien. Viviane Amsalem kämpft fünf Jahre um ihre Scheidung. Um eine Ehe für geschieden zu erklären, verlangt das orthodoxe Rabbinatsgericht vom Ehemann einen Get, den Scheidungsbrief. Elisha, der Ehemann von Amsalem, verweigert den Get, obwohl das Paar seit Jahren getrennt lebt. In "A strange course of events" versuchen Vater und Sohn trotz Konflikten aufeinander zuzugehen und die jeweils individuelle Suche nach dem Glück zu akzeptieren. Die sensibel und behutsam inszenierte Geschichte über neue Familienstrukturen erntete auf dem Festival in Cannes viel Lob. Produzent Marek Rozenbaum wird nach der Vorstellung am Montag, 27. Oktober, mit dem Publikum diskutieren. Mehr zum Programm steht auf der Internetseite des Kinos Achteinhalb.

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