Internet zeigt behindertengerechte Orte in Saarbrücken

Saarbrücken. Besucht ein Rollstuhlfahrer abends mit Freunden eine Kneipe, kann schon eine Stufe am Eingang zum Hindernis werden. Eine nicht vorhandene Behindertentoilette wird zum Problem. Um Rollstuhlfahrern den Alltag zu erleichtern, bieten Kommunen oft einen Innenstadtplan für "mobilitätseingeschränkte Menschen" an - so auch die Stadt Saarbrücken

Saarbrücken. Besucht ein Rollstuhlfahrer abends mit Freunden eine Kneipe, kann schon eine Stufe am Eingang zum Hindernis werden. Eine nicht vorhandene Behindertentoilette wird zum Problem. Um Rollstuhlfahrern den Alltag zu erleichtern, bieten Kommunen oft einen Innenstadtplan für "mobilitätseingeschränkte Menschen" an - so auch die Stadt Saarbrücken.Ende dieses Jahres will das Amt für soziale Angelegenheiten einen überarbeiteten Plan vorstellen. Darin soll dann stehen, ob in einem Geschäft oder einer Kneipe eine Rampe vorhanden ist oder wie breit die Türen sind.

Ob ein Laden rollstuhlgerecht ist, können Behinderte auch auf der Internetplattform wheelmap.org und der dazugehörigen App erfahren. Benutzer können Orte markieren und mit Hilfe des Ampelsystems die Barrierefreiheit bewerten. Einer der "grünen" Orte ist der Ratskeller - er verfügt über einen Aufzug und eine behindertengerechte Toilette. Rot warnt den Rollstuhlfahrer vor einem Ort, der hohe und mehrere Stufen hat. "Viele Besitzer von Cafés oder Bäckereien sehen oft nicht von selbst, dass vielleicht nur eine kleine Rampe fehlt, um ihren Laden rollstuhlgerechter zu gestalten", sagt Andi Weiland vom Berliner Verein Sozialhelden, der das Projekt ins Leben gerufen hat.

Gibt der Benutzer im Suchfeld der Seite "Saarbrücken" ein, blickt er auf eine Innenstadt, die bisher nur mit wenigen Markierungen und Bewertungen versehen ist. Dunja Fuhrmann, Gesamtbehindertenbeauftragte der Stadt Saarbrücken, kennt die Seite: "Ich finde, dass das Ampelsystem nicht ausreicht." Der Benutzer müsste mehr Details erfahren. Auch wenn Nutzer bereits über ein Feld für Bemerkungen weitere Informationen eintragen können, werde davon wenig Gebrauch gemacht, meint Weiland: "Wir denken aber über eine klarere Darstellung von wichtigen Informationen wie Toiletten nach."

Er ist dankbar, dass die 225 000 eingetragenen Orte nicht nur auf die Arbeit fleißiger Rollstuhlfahrer in ganz Deutschland zurückzuführen sind. Auch andere bewerten Orte. Dies tun sie meist aus ganz praktischen Gründen, wie ein Benutzer der App mitteilt: "Ich fahre keinen Rollstuhl, aber bestimmt irgendwann Rollator. Ich mache mit." wheelmap.org

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