In Turnhallen reicht's oft nur für Flickwerk

Einige Schulturnhallen im Regionalverband sind in die Jahre gekommen. Auf Vordermann gebracht werden aber zuerst die Hallen, an denen wirklich etwas kaputt ist oder die den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Denn mehr ist einfach nicht mehr drin.

Der Zahn der Zeit nagt an manchen Schulturnhallen im Regionalverband . Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert: "Die maroden Sporthallen müssen für den Schulsport dringend saniert werden." Die Schulträger seien für Sicherheit und Ausstattung der Hallen verantwortlich. Deswegen sollten sie regelmäßig die Hallen begutachten und sich früher um Sanierungen kümmern. Außerdem sollten sie dafür sorgen, dass das Geld dafür rechtzeitig da ist, fordert GEW-Expertin Andrea Konter.

Der Regionalverband Saarbrücken ist für 74 Schulen verantwortlich. Um Sanierungen kümmert er sich immer wieder, wie er versichert. Eine lange Liste führe alle Hallen auf, die erneuert werden müssen. "Weil das Geld begrenzt ist, können wir nicht alles machen lassen, was wünschenswert ist", sagt Lars Weber, Pressesprecher des Regionalverbands. In den vergangenen Jahren sei ein Sanierungsstau von 20 Millionen Euro entstanden. Diese Summe müsste der Regionalverband also in alle gewünschten Schul-Baumaßnahmen investieren. Das Geld sei aber nicht da.

Um alles erledigen zu können, brauche der Regionalverband Geld vom Land. Aber das gebe es nur, wenn eine umgebaute Sporthalle danach weniger Energie verbraucht. Also beseitige der Regionalverband zuerst einmal Schäden. Der Rest müsse warten. 2016 und 2017 habe der Regionalverband 930 000 Euro für sieben geplante Bauvorhaben an Schulturnhallen.

Im Moment sind Handwerker in zwei Hallen an der Arbeit. Zum einen an der Altenkesseler Förderschule In den Grasgärten. Sie wird von Grund auf erneuert und ist deswegen seit Herbst 2014 geschlossen. "Wir hoffen, dass wir sie ab Mai wieder nutzen können", sagt Schuldirektor Sven Görgen. Dann mit neuem Hallenboden, neuen Sportgeräten, Prallschutz an den Wänden und neuen Umkleiden und Duschen. An der zirka 50 Jahre alten Halle seien immer wieder Kleinigkeiten ausgebessert worden, sagt der Schulleiter. "Aber es war dringend nötig, dass alles neu gemacht wird."

Wenn möglich, legen Schule und Bauplaner Reparaturen in die Ferien. Dass Unterricht ausfällt, wollen sie vermeiden. "Es war zwar eine echte Hängepartie", sagt Görgen, "aber es musste keine Sportstunde entfallen." Die Klassen haben ihren Sportunterricht einstweilen in der Altenkesseler Jahnturnhalle oder auf dem Sportplatz des SV Rockershausen.

Nicht immer ist die Lösung so einfach. Ein Gegenbeispiel ist die Gemeinschaftsschule Saarbrücken Ludwigspark. Aus dem Holzboden ihrer Sporthalle ragte ein Nagel. Und dann ging's erst richtig los. Als Handwerker den Boden entfernten, sahen sie, dass auch die Heizungsrohre und -körper raus müssen. Seit Oktober ist die Halle geschlossen. Bis zum Ende der Osterferien soll alles fertig sein. Sportunterricht gibt es seitdem in der Halle der ehemaligen Montessori-Schule in Schafbrücke. "Das alles ist aber sehr mühsam", sagt Schulleiter Stefan Dörr. Die Busfahrten zur Halle und zurück kosten Zeit. Und die Schüler haben dann nur noch 40 Minuten Sportunterricht .