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In schwedische Trollwälder zur Abschlussprüfung

Annika Jonsson. Foto: Karger
Annika Jonsson. Foto: Karger FOTO: Karger
Saarbrücken. Annika Jonsson ist schon eine recht bekannte Sängerin in der Saarbrücker Jazzszene. Am Montag ist ihre öffentliche Abschlussprüfung an der Musikhochschule. ask

. Wenn die junge Sängerin Annika Jonsson nach Schweden reist, entdeckt sie Zauberwälder und eine lebendige Gesangstradition. Es ist die Heimat ihrer Mutter, ihr widmet sie nun auch am 9. Februar ihre öffentliche Bachelor-Prüfung für Jazzgesang an der Hochschule für Musik. Annika Jonsson hat ihrem Konzert den Titel "Trallskogen" gegeben, eine Wortschöpfung und ein Wortspiel. Trall, das ist die Musik der Spielleute, die schon vor Jahrhunderten umherzogen und zum Tanz aufspielten. Hatten sie keine Geigen, ahmten sie deren Klang mit der Stimme nach, sangen Melodien ohne Text. "Walzer, vor allem Polka", erzählt Jonsson. "Wichtig ist dann, den Puls zu halten, das ist auf Dauer relativ anstrengend, denn man hat kaum Pausen." Ein "Trollskogen" ist im Schwedischen ein Zauberwald. Und in den lädt Annika Jonsson mit sechs von schwedischer Folklore inspirierten Eigenkompositionen und einem wirklich alten Trallstück.

Jonsson, die zunächst Mathematik studiert hatte und erst auf Umwegen zum Jazzgesang fand, sah schnell das Potenzial der skandinavischen Singtradition für ihre eigene Musik, die sich frei zwischen Pop, Chanson und Jazz bewegt. Gesang ohne Text gibt es auch im Jazz, "scat" bezeichnet sinnfreie Silbenfolgen, mit denen die menschliche Stimme es den Instrumenten in der Jazzband beim Improvisieren gleichtun kann. Ein "dajada dabaduda" kann wie ein Instrument klingen, muss aber nicht. Jonsson muss, unterstützt von einer Band aus Musikerkollegen, in ihrer Abschlussprüfung Stimm technik und Improvisationskunst unter Beweis stellen. Dabei wird sie auch Effektgeräte nutzen, um den Ausdruck ihrer oft melancholischen Lieder zu vervollkommnen. "Looper" und "Harmonizer" werden live mit der vornehmen Stimme der eigenwilligen Musikerin gefüttert und erschaffen Mehrstimmigkeit, einen "Chor" oder psychedelische Klänge. Das Publikum bekommt also einiges geboten - und der Eintritt ist frei. Konzert am Montag, 9. Februar, 20 Uhr, Hochschule für Musik Saar , Bismarckstraße 1. Begleitet wird Annika Jonsson von Martin Jäger am Piano, Steffen Lang an der Gitarre, Felix Hubert am Kontrabass und Daniel Prätzlich am Schlagzeug.