In Rio was Außergewöhnliches schaffen

98 Kaderathleten sind derzeit im Landestraining bei Hannes Vitense. Die jungen Schwimmer sind der ganze Stolz des Saarländischen Schwimm-Bundes. Nicht zuletzt, weil mit ihnen auch große Hoffnungen verbunden sind.

In den vergangenen beiden Jahren stellte der Saarländische Schwimm-Bund (SSB) 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Europa- und Weltmeisterschaften der Jugend. Hinzu kommen mit Annika Bruhn, Andreas Waschburger , Christoph Fildebrandt und Alexander Liess vier Olympia-Teilnehmer. Talente wie Antonia Massone, Marlene Hüther, Sarah Bosslet, Daniel Kober, Felix Bartels und andere stehen ebenfalls bereits in den Startlöchern. "Das gibt es wohl deutschlandweit sonst nicht", kann Hannes Vitense behaupten. Der saarländische Landestrainer ist stolz auf diese Zahl und vor allem auf die Entwicklung der Nachwuchsarbeit im kleinsten deutschen Flächenland.

"Wir können hier die ganze Bandbreite des Schwimmsports abdecken und sind von den Kurzbahnlern wie Fildebrandt und Bruhn bis hin zu Freiwasser-Spezialisten wie Waschburger hervorragend aufgestellt", findet Vitense . Die meisten Schwimmer kommen sogar aus der Region. Die Zugezogenen wurden vom Stützpunkt mit den "besten Trainingsbedingungen der Welt", wie es die Schwimmer nennen, angelockt. "Wir haben 98 Kaderathleten", freut sich Vitense . "Das ist ganz krass - und ich hätte das selbst nicht gedacht. Ich ging von rund 60 aus."

Für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit lobt der Landestrainer insbesondere Dominik Haberecht (Landesaufbaukader), Stephanie Lauer (Landessichtungskader) und Joachim Reinke (Landeslehrgruppe). Kommende Saison wird das Nachwuchs-Trainerteam noch von Carina Brechters verstärkt.

"Wir wollen die Kooperation mit den Vereinen intensivieren. Damit haben wir letzte Saison begonnen", erklärt Vitense und meint insbesondere die Einrichtung der Talentstützpunkte beim ATSV Saarbrücken , dem SC Illingen und den WSF Zweibrücken. "So wollen wir es schaffen, dass mehr Talente das Schwimmen als Leistungssport für sich entdecken und dass sich die Vereine in der Breite an die Zusammenarbeit mit uns gewöhnen und diese intensivieren", sagt Vitense . Die Leistungsfähigkeit in der Spitze bietet für ihn dann den Ansporn, "die neuen Fildebrandts, Bruhns und Waschburgers zu finden". Dies gilt für die Jahrgänge 2003 und jünger.

Die Breite stärkt die Spitze und umgekehrt - ein Konzept, das aufzugehen scheint. "Ich bin zuversichtlich, dass wir zusammen mit unseren jungen, kreativen und hungrigen Trainern Ideen entwickeln können, um dies weiter auszubauen", sagt Vitense . Vor einigen Jahren gab er noch das Ziel aus, jedes Jahr einen internationalen Teilnehmer zu stellen und eine zweistellige Anzahl an nationalen Medaillen zu holen. "Das war ein realistisches Ziel für das Saarland. Mittlerweile haben wir in den letzten beiden Jahren 14 internationale Teilnehmer und 33 nationale Medaillen gehabt", betont der Landestrainer und deutet an, dass er seinen Schützlingen zutraut, bei Olympia in Rio de Janeiro 2016 "etwas Außergewöhnliches" zu schaffen: "Wir haben jedenfalls heiße Eisen im Feuer."