In memoriam Götz George

Am 19. Juni starb Götz George im Alter von 77 Jahren. Das Saarbrücker Kino Achteinhalb widmet dem Schauspieler, der viel mehr war als „nur“ Schimansky, eine Filmreihe.

. Wenn ein Schauspieler wie Götz George stirbt, kann das Kino Achteinhalb nicht untätig bleiben. Und so hat das kleine Filmhaus im Innenhof des Kulturhofs Nauwieser 19 eine Filmreihe zum Ausnahme-Schauspieler zusammengestellt. Dabei wurden fünf der bedeutenderen Filme Georges ausgewählt. Und zwar bemüht sich das Kino-Team dabei, unterschiedliche Jahrzehnte und Gengres zu spiegeln.

Zum Start der Reihe "In memoriam Götz George " läuft am morgigen Dienstag, 21. September, 20 Uhr, der Film "Kirmes" des aus Saarbrücken stammenden Regisseurs Wolfgang Staudte aus dem Jahr 1960. Der Film spielt in einem Eifeldorf, in dem beim Kirmes-Aufbau das Skelett eines Wehrmachtssoldaten gefunden wird - damit wird das Dorf mit seiner unrühmlichen Vergangenheit konfrontiert. Vor dem Film gibt es eine Einführung durch Uschi Schmidt Lenhard von der Wolfgang Staudte Gesellschaft, die in Saarbrücken ihren Sitz hat.

Für die 1970er Jahre steht ebenfalls ein George-Film, der sich mir den Verbrechen des Dritten Reiches beschäftigt. "Aus einem deutschen Leben" (28. September). In Theodor Kotullas Film verkörperte George den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß nicht als Nazi-Sadisten sondern als Leistungsträger in Hitlers Tötungsindustrie.

Weniger ernst geht es am 2. und 3. Oktober in der DEFA Kriminalkomödie "Der Bruch" von Frank Beyer nach dem Drehbuch mit spöttischen Dialogen von Wolfgang Kohlhaase zu. Im Berlin des Jahres 1946 versuchen drei Männer das große Geld zu machen, indem sie die Lohngelder aus dem Reichsbahntresor stehlen. Der Coup gelingt, aber die Drei werden an die Polizei verraten.

Von einem missglückten Überfall handelt auch der Gangster-Triller "Die Katze" von Dominik Graf , den das Achteinhalb am 8. und 10. Oktober zeigt. Darin spielt Götz George mit Nonchalance den Schwerverbrecher Probek, der mit seinen Komplizen eine Düsseldorfer Bank überfällt und eine leidenschaftliche Affäre mit der Frau des Bankdirektors beginnt. Der Film gilt als einer der besten Kinoauftritte von Götz George . Am 10. Oktober wird der Film von Ingrid Kraus vom Achteinhalb mit dem Vortrag "Der Fall Schimanski ." eingeführt.

Mit dem letzten Film in der Reihe, "Schtonk!" von Helmut Dietl , bleibt es kriminell, aber auf groteske Weise. George spielt in der bitterbösen Satire auf die Veröffentlichung der falschen Hitler-Tagebücher im Magazin "Stern" karikaturenhaft überhöht den selbstverliebten Reporter.

Auftakt der George-Reihe am 21. September. Vorstellungsbeginn ist jeweils 20 Uhr. Infos unter www. kinoachteinhalb.de im Internet.