In letzter Sekunde

Die Handballerinnen des HSV Püttlingen standen am Samstag kurz vor dem Derby-Sieg gegen den Oberliga-Rivalen TBS Saarbrücken. Doch dieser schaffte unmittelbar vor der Schluss-Sirene den Ausgleich zum 30:30.

Das Saar-Derby der Damenhandball-Oberliga zwischen dem TBS Saarbrücken und dem HSV Püttlingen war nichts für schwache Nerven. Die beiden Mannschaften trennten sich am Samstag mit 30:30 (15:15). Der Ausgleich für den gastgebenden TBS fiel in der letzten Sekunde.

Für die Saarbrückerinnen war es das erste Unentschieden der Saison - und es war hochverdient. Der Tabellenzwölfte TBS zeigte, dass er nicht gewillt war, dem Favoriten aus dem Köllertal die Punkte zu überlassen. Von Beginn an waren die Gastgeberinnen voll im Spiel, hielten das Tempo hoch, gingen aggressiv nach vorne und versuchten, die körperliche Überlegenheit der Püttlingerinnen wettzumachen. Der Tabellenfünfte HSV wirkte uninspiriert, kam erst nach zehn Minuten in die Partie.

"Gerade die Abwehrleistung in der ersten Halbzeit war nicht zufrieden stellend, da waren wir viel zu passiv", erklärte HSV-Trainer Hans-Werner Müller. Er stand streckenweise ziemlich bedient an der Seitenlinie und musste zusehen, wie der TBS seinen erfahrenen Spielerinnen zwischenzeitlich den Schneid abkaufte. Sein Gegenüber Dieter Wacker war ähnlich engagiert an der Seitenlinie wie seine Mannschaft auf dem Platz. "Wenn wir was in dieser Oberliga gelernt haben, dann wie man kämpft", sagte Wacker. Trotz einer eher durchschnittlichen Leistung ließ Püttlingen den TBS aber nicht davonziehen. Zur Halbzeit stand es 15:15.

In der zweiten Hälfte schienen der jungen Mannschaft des TBS die Kräfte auszugehen - nach etwa 45 Minuten stach Püttlingen durch die individuelle Klasse von Spielerinnen wie Miljana Cosic, Aleksandra Jelicic oder Karoline Müller hervor. Der TBS ließ einige Chancen liegen, der HSV zog mit vier Toren davon. Doch im Vergleich zu den vergangenen Niederlagen gaben die Gastgeberinnen diesmal nicht auf - und kamen ins Spiel zurück. Aus einer geschlossenen TBS-Einheit ragte Kira Martin heraus, die ihre Mannschaft immer wieder nach vorne trieb und mit schönen Toren im Spiel hielt.

Zehn Minuten vor Schluss begann beim Stand von 26:26 das Herzschlag-Finale. 25 Sekunden vor Ende gingen die Gäste mit 30:29 in Führung. Dem TBS blieb Zeit für einen Angriff, der HSV versuchte, die Uhr durch kleinere Fouls herunter zu spielen. Doch unmittelbar vor Ertönen der Schluss-Sirene setzte sich TBS-Spielerin Luise Duchow auf der rechten Seite durch und bezwang Kathrin Lill im Püttlinger Tor. Müller war mit dem Ergebnis einverstanden: "Ein Sieg für unsere Mannschaft wäre heute auch nicht verdient gewesen."